Samstag, 25. Mai 2013

Vollmond auf dem Hof


Nur ein paar Wolken am Himmel, die Mondin strahlt hell und groß über den Garten und die Felder rund um uns. An manchen Abenden gibt es hier eine tiefschwarze Dunkelheit, einen Vorgeschmack auf die langen Winterabende an der Küste. Heute aber taucht Frau Mond alles in ein helles Licht und Schattenhaft gleiten die Wolkenfetzen am Himmel entlang.

Während ich die Hoftüren verschließe und das alte  Holztor  am Pferdestall langsam zu mache, fällt mein Blick in den Garten.  Jeden Morgen gehe ich eine Runde um den Hof, stecke mein Revier ab, schaue ob alles in Ordnung ist, begrüße die vielen Wildtiere, die sichtbaren und unsichtbaren Wesen.

Jetzt in der Halbdunkelheit wandere ich langsam um den Hof, überall raschelt es. Über mir erscheinen zwei kleine Fledermäuse, die nun ihr Abendessen vor unserem leicht erleuchteten Wohnstubenfenster einnehmen. Mir wird ganz warm, wenn ich so um den Hof gehe.
Ich spüre in die Energien hinein, wie riecht es jetzt, was höre ich? Es ist still, aber nur oberflächlich, denn im Reit /Schilf der rund um das Grundstück wächst, raschelt es. Jetzt, genau jetzt ist es Windstill, wie erhaben, wie er -heiligt scheint alles.

Wieder wird mir klar, keine Begrenzung, keine Zäune, kein Haus. Ich stehe mitten auf dem Grundstück, vor mir die Mondin und atme ihre Kraft. Atme die Seeluft und fühle die Heiligkeit des Augenblickes.  Ich trete zur alten Linde am Rande des Grundstücks, lehne mich an und schaue in das dunkle Wasser vor mir, in dem sich Mutter Mond wiederspiegelt.  Ganz leise gleitet etwas ins Wasser, kleine Wellen machen die Scheibe am Himmel jetzt undeutlich. Seltsam, auf einmal habe ich das Gefühl, nicht Mai zu haben, sondern es scheint mitten in der Ahnenzeit zu sein. Vielleicht macht es das Wetter, warm ist es nicht, eher Herbstlich. 

Dann gehe ich meine Hof Runde weiter um das Haus, den kleinen Trampelpfad durch die Büsche zum Hoftor.  Mit einem Knatschen ziehe ich die Flügel zusammen, es ist geschlossen aber auch wieder nicht. Es ist nur symbolisch wer zu uns hinein will der kann das auch, alles andere wäre ein Wiederspruch. Aber die Wächter am Tor passen schon auf, ich habe da keine Bedenken.
Dunkle Schatten scheinen aus den Wassergräben rund um den Hof herauszukommen, ich habe keine Angst vor ihnen. Ich kenne meine Schattenseite und suche immer wieder diese Herausforderung.  Meine Schwächen kenne ich, meine Dunkle Seite. Jeder hat dunkle Seiten.   

Ich habe sie akzeptiert.

Heute vor genau zwei Monaten sind wir hier angekommen, damals stand die Mondin viel weiter nördlich, ich erinnere mich an das Nachlager aus Matratzen im Wohnzimmer und das Mondlicht, das die ganze Nacht durch die Blattlosen Bäume auf uns schien.  Sie wanderte über das Firmament und stand in den frühen Morgenstunden über dem Alten Kastanienbaum mit der Borkigen Rinde. 
 Ihr lauf ist jetzt im Mai ein ganz anderer, dort wo sie noch vor zwei Monaten aufging, steht sie jetzt in den Morgenstunden, damals habe ich sie noch vom Schlafzimmer aus betrachten können, was jetzt nicht mehr möglich ist. 

Jetzt spiegelt sie sich im Teich vor dem Haus, was in den Sommermonaten bestimmt sehr mystisch rüber kommt, wenn es warm ist und man sich lange draußen auffällt. Eigentlich könnten wir das schon, jetzt Ende Mai, aber es ist viel zu kalt hier oben. 

Ich schaue nach oben und wünsche mir die Wärme des Sommers!




1 Kommentar:

  1. Meine Liebe, bei uns ist es auch viel zu kalt. Heute regnet es ununterbrochen und ich hatte heute morgen Mühe unseren Bollerofen anzukriegen. Die Wasserenergie ist wohl momentan sehr stark und ich hab das Gefühl der Herdgeist ist ein wenig müde, kann er sich doch sonst um diese Jahreszeit in die Sommerruhe begeben. Ich hab ihm gut zugeredet und dann sprang der Funke über........
    Hab die Hofrunde wohl mit dir zusammen gemacht, die Luft eingeatmet und die Schönheit der Mondin bewundert, die alles in ein wundervolles Licht getaucht hat.....
    Alles Liebe, Kerstin

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