Samstag, 23. März 2013

Und wider wandere ich....


..so fängt ein Kapitel in meinem Buch „die Göttin und ich „ im Jahre 2004 an. Dort beschrieb ich meine Initiationswanderung zu meinem Kraftplatz im Wald. Jahre ist das her. Viele Jahre. 

Unzählige Male wanderte ich hinauf zum alten Grab, wenn ich Trost oder Hilfe brauchte, wenn ich Danke sagte oder einfach um meineVerbundenheit mit Mutter Erde und den Ahninnen zu erneuern.


Heute ging damit ein Lebensabschnitt zu ende.  

Mein letzter Weg führte mich zu meinem Ritualplatz, dem Hügelgrab im Wald. Strahlender Sonnenschein aber eisiger Ostwind wehte mir entgegen, als ich mich mit Räucherwerk und Opfergaben auf den Weg machte.  Seltsam still war der Weg, nichts begegnete mir, kein Tier, nicht einmal ein Eichhörnchen. Von weitem konnte man den Specht hören und den Eichelhäher mit seinem charakteristischen Rufen.
 Ich war ein wenig traurig, hatte ich mir vor Wochen meinen Abschied anders ausgemalt, mit stundenlangen meditieren an meinem Baum, bei warmen Frühlingstemperaturen. 


Meine Freundin tröstete mich, mit den Worten: „Sieh, die Geister machen es Dir leicht zu gehen, schließlich haben sie dich woanders hin geführt. „ 
Ja, sie sollte Recht behalten, es wurde mir wahrlich leicht gemacht.

Denn als ich oben auf dem Berg stand, sah ich, wie sehr hier die Kettensäge gewütet hatte und noch immer nicht ganz fertig ist, zahlreiche Bäume liegen kreuz und quer und viele tragen schon die Markierung, demnächst zu fallen. Hier wird es sehr licht werden. Vielleicht in einigen Jahren wieder schön, aber es wird lange dauern, bis der Boden und die Bäume sich von den tiefen Trecker Spuren erholt haben.  

 Ja, mein Platz macht es mir leicht…..


Ich räucherte und verbrachte gut verpackt und geschützt durch meine Kleidung, doch mehr als eine Stunde angelehnt an meinen Baumfreund, der mir in den letzten fünfzehn Jahren so oft halt und Trost, Hilfe und Glück geschenkt hat.  Dann löste ich mit einem kleinen Ritual meine Verbindung zu diesem Platz. 


Mit Wehmut, aber ohne Trauer, mit eiskalten Füßen und mit warmen Tränen. Ich sog den Blick von da oben noch mals tief in mich ein und die Erinnerung, wie der Platz zu seinen kraftvollsten Zeiten einmal ausgesehen hat.  Er spiegelt mich, wie nichts anders. 

So wie ich mich schon vor ein paar Jahren langsam von ihm löste, so verlor dieser Ort nach und nach an Persönlichkeit und Schönheit. 


Wie geschützt er damals lag, so verwunschen. Als die Straßen Planer kamen und der nahegelegene Hof verschwand, kam der Straßenlärm und die Unruhe.  

Als die Hauptstraße verbreitet wurde, veränderte sich die Energie oben auf dem Ahnenplatz. Lange habe ich gekämpft, lange erhalten und festgehalten. Bis ich einsah, das es so richtig zu sein scheint. 


Ich werde nicht zurückkehren, wie gerne hätte ich den Platz wieder so hergerichtet, wie ich ihn einst gefunden habe. Es war nicht möglich, es sollte nicht sein.


So ziehe ich weiter, zu einem Ort, an dem ich nicht mehr wandern muss, weil dort das Ziel und mein Zentrum liegt…….



1 Kommentar:

  1. Abschiede machen mich immer traurig und Dein Text berührt mich doch sehr....
    Nun ja, behalte den Ort in Deiner Erinnerung, wie Du ihn kanntest und liebtest.

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