Sonntag, 18. November 2012

Winterliches zur Yulezeit I

Der Herbst endet, mit dem kürzesten Tag des Jahres, der Winter beginnt mit der längsten Nacht und dann führt er uns zurück in das Licht. Die Wintersonnenwende ist die Neugeburt der Zeit, Erneuerung des Universellen Versprechens, das alles Widerkehrt. Daher findet das Lichtfest auch in der dunkelsten Zeit des Jahres statt.

Die Weihnachtszeit ist eine christliche Zeit, Weihnachten ein christliches Fest, unterwandert von heidnischen, antiken, nordischen und orientalischen Bräuchen.
Andererseits aber auch ein heidnisches Fest, überlagert vom christlichen und volkstümlichen Ritualen. Es ist das Fest der Geburt Jesu, Wiedergeburt der Sonne, der germanischen Mutternacht, der Geister und Götter und der Geschenke.


Die dunkelste Zeit des Jahres benannten unsere Vorfahren „Mutternacht“, denn nun wird der Sonnengott, der sich im Schoß der Göttin befindet und gleichzeitig sich selbst zeugte, wieder neu geboren. Mit ihm wird das Lebenslicht, der Zyklus der Natur erneuert.  Es ist die Zeit der Stille, in Erwartung das das Licht wieder kehrt, bzw. der Sonnengott geboren wird.


Wer sich mit der Symbolik unseres höchsten Festes beschäftigt, stößt , beim Graben auf Odins Wilde Jagd, den Julscheit , den Julbock, die Percht und die Rauen Nächte.
Weihnachten ist ein Fest und das größte Ritual in Europa, es umfasst Traditionen, Anschauungen und Bräuche aus vielen Teilen der Welt und allen Zeiten der Menschheit. Es ist vielleicht das International erfolgreichste „Massenritual“ , das alle Grenzen überschreitet (Chr. Rätsch)
Es ist ein sehr komplexer Zeitraum aus verschiedenen Baum- und Wald Verheerungen, magischen Brauchtümern, Opferrieten und Mysterienspielen.
Seltsamerweise haben alle Pflanzen der Vor-und Hauptweihnachtszeit, eine Geschichte als Fruchtbarkeit und Liebeszauberpflanzen, also wunderbar geeignet für das „Fest der Liebe“. Dann kommen noch die vielen Wesen hinzu, die es materiell gesehen jetzt überall zu kaufen gibt:
Kobolde, Zwerge, Weihnachtsmänner, Engel und Feenwesen. Pflanzengeister tauchen in dieser Zeit vermehrt in Gartencentern und Kaufhäusern auf. Selbst der so gefährliche „Fliegenpilz“ ist Teil der Weihnachtssymbolik.Wenn ich so durch die Kaufhäuser und Märkte streife, fängt in dieser Zeit mein Schamanisches Herz zu singen an… Jetzt werden die Geheimnisse der eigentlich unsichtbaren beseelten Natur und deren Geister lebendig und enthüllen sich! 

 Ich selbst mag die Rot-weiße Weihnacht. Die Symbolik entstand, meiner Meinung nach,  durch die roten Beeren des Ilex (Stechpalme) und die weißen Beeren der Mistel. Wobei die Roten Beeren für den weiblichen Aspekt der Göttin ( Mensis) stehen und die weißen, klebrigen Mistelbeeren für den männlichen Samen des Gottes. 

Daraus resultierten die Kugeln am Baum des Lebens unseren heutigen Weihnachtsbaum. Zu diesem haben wir eine besonders magisch/mystische Beziehung und auch heute noch  wird aus dem Schmücken des Weihnachtsbaumes ein Kult gemacht. Aber wer hätte gedacht, dass dieser Kult Langezeit unter Strafe stand?! Es galt als „heidnisch- unsittlich“ immergrüne Zweige oder gar ganze Bäume ins Haus zu holen.  Erst Anfang des 18.Jhr. wurde diese Verordnung gekippt.
Die Bezeichnung „Christbaum“ erscheint aus historischen Gründen daher als reine Ironie. Und ich muss jedes Mal leise schmunzeln, wenn ich diesen Ausdruck höre.
Bei unserem Weihnachtsbaum begegnen wir dem Urheidnischen Gedanken an die Übertragbarkeit von Naturkräften von einem Lebewesen auf das andere. Als Abwehr gegen Unholde und Geister und zum Zeichen der Fruchtbarkeit eines Hauses, trug man frische Immergrüne Zweige in die Räume. 
Später nahm man Bäume und schmückte sie mit Kerzen. Die Kirche gab dem ganzen dann eine neue Symbolik.Tannengrün und Lebensbaum, sowie Mistel und Ilex schmücken auch heute noch unsere Räumlichkeiten. Geräuchert wird mit Beifuß, Wachholder, Fichtenharz und anderen duftenden Kräutern. Unsere Familie liebt den Duft von Harzen aus dem Wald, auch weil wir diesen selbst sammeln. Er erfüllt unsere Adventszeit mit seinem typischen Duft.


1 Kommentar:

  1. Bei Dir siehts ja wie bei meiner schwedischen Familie aus.
    Ich liebe Jul.
    Danke für Deine Bilder und Gedanken.
    Liebe Grüße aus Berlin ohne schwedische rote Leuchter aber mit ebenso viel Kerzenschein. Sehr heimelig...bei Dir

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