Montag, 22. Oktober 2012

Totemkult und Christianisierung


Jeder einzelne  der Indogermanischen Bevölkerung orientierte sich nach seiner Sippe, die die gleiche Sprache oder Mundart sprach. Das wird deutlicher, weil die Namen der Personen, auf dem Sippennamen aufbauten. 

Jede Sippe hatte einen bestimmten Namen beispielsweise Wolf oder Bär. An diese Namen wurden noch die Vor oder Nachsilben gehangen wie, rik= mächtig,  bert= strahlend, rud= berühmt oder bald für stark. Wolfgang heißt so viel wie; der Wanderer aus der Wolfsippe.

Diese Sippennamen stammen wiederum von einem Totemkult, den auch unsere Vorfahren besaßen und mit dem sie sich identifizierten. Diesen finden wir bei den Jägern und Sammlern auf der ganzen Welt. Im sogenannten „ Totemismus“ identifizieren sich Personen vor allem durch  ihrer Zugehörigkeit  mit einem bestimmten Tier, dem Totem. Dieses Tier gilt als Heilig und wird in Geschichten, Lidern und Ritualen geehrt und gefeiert.

In allen schamanischen Traditionen spielen Tiere oder die Geister der Tiere eine entscheidende Rolle. Sie werden als Begleiter, Wächter, Beschützer, Lehrer oder Helfer angesehen. Solche Tiergeister hissen bei einigen Amerikanischen Stämmen „Krafttiere“ . Odin/Wodan selbst hatte solche Verbündeten. Es war der Wolf und seine Raben.  Es passt zu seiner Funktion als Gott der Schamanen . Odon wandert durch die Welt, Grau mit Mantel und Hut bekleidet. Hat ein Auge, das andere opferte er , als er aus dem Brunnen der Erkenntnis trank. Initiierte sich, als er neun Tage Kopfüber am Weltenbaum hin und die Runen geschenkt bekam.

Odins Tiere spielen auch bei den schamanischen Traditionen Nordasiens und Nordamerikas eine wichtige Rolle.

Leider hat unsere Tradition, wie auch die Kommunikation mit den Ahnen, in Europa den Ansturm des Christentums nicht überstanden.  Obwohl in den weit von Rom entfernten Gebieten und jenseits der Städte es lange dauerte.

Odin wurde mit dem Satan gleichgesetzte und Freya, die Liebesgöttin wurde wie die Unterwelts- und Toten (m) Göttin Hel ( Holle) zur bösen Dämonischen Hexe erklärt.
 Andere Gottheiten wurden von der Kirche assimiliert, wie die Göttin Brigit, die zur heiligen Brigid wurde.

Die Naturzyklen unserer heidnischen Mondreligion ( und Verehrung) wurden kurzerhand einem Sonnenkalender und einer Sonnenreligion angepasst . Die Lieder Rituale und somit die alten Überlieferten Heil und Zauber Gesänge, das Trommeln und Singen wurden verboten.

Diese Heiligen Thingplätze waren Ritual und Versammlungsorte, wurden christlich besetzte, auf ihnen baute man Kirchen und Kapellen.  Gesungen und Gebetet hatte man nun nur noch „im Haus Gottes“.

Wer nicht folgte, der musste sterben, dabei war es egal ob Mann , Frau oder Kind. Was den Ureinwohnern Amerikas viele Jahrhunderte später passierte, erfolge hunderte Jahre zuvor den Indogermanischen Stämmen über einen sehr langen Zeitraum.

Diese erzwungen brutale Bekehrung erreichte im Jahre 772 n.Chr. mit Kaiser Karl seinen Höhepunkt. Karl lies 30.000 !! Heidnische Sachsen töten und vernichtete in einem Feldzug alle Baum Heiligtümer und Heiligen Stätten der Nicht-Christen.  Am heiligen Weg, den Weg der Göttin Hel ( Hellweg) radierte er ihre Heiligtümer komplett aus und besetzte dort mit den eigenen Leute strategisch wichtige Punkte, aus denen dann Dörfer und Städte entstanden.

Die Heiligen Bäume, Yggdrasil, Uralte Eschen vielleicht, wurden gefällt. Man kann sich heute kaum vorstellen, was das für unsere Vorfahren bedeutet hat. Vielleicht in etwa so viel, als wenn der Vatikan in Rom verwüstet würde. Oder die Zerstörung Kaaba für die islamische Welt.

Das Christentum sprach die Göttlichkeit der Natur ab, trennte Glauben und Spiritualität von ihr ab. Naturgeistern und allen anderen Wesen der Natur wurde ihre Göttlichkeit aberkannt. Das Christentum fing an, den Menschen von der Natur und der Mutter Erde kontinuierlich zu trennen.

Es dauerte…am längsten bei der Landbevölkerung, sie hielten an ihren Rieten und an der Naturreligion fest. Dort , fernab der Städte praktizierten sie ihre Heilmethoden und wussten um die Heiligkeit der Natur und ihrer Wesen, sie tanzten lieber im Mondlicht, trommelten an heiligen Steinen und badeten nackt in heiligen Quellen, als in ummauerten Städten und in Steinkirchen einem nicht erfassbaren Männlichen Schöpfergott zu huldigen.

Im 11. Jhd. Dann begann der zweite Feldzug der Kirche gegen Ketzer und nicht Christen.
Die Heiden zum Sündenbock für Naturkatastrophen oder den Schwarzen Tod zu machen, breitete sich immer weiter aus. Mitte des 14. Jhr. Als Kolumbus sich auf seine Reisen machte, wurden zuerst die Mauren, dann die Juden aus Spanien vertrieben danach kamen dann die heidnischen und Kräuterkundigen Frauen an die Reihe…

Es wurde ein Morden entfesselt bei dem zwischen 8 und zwanzig Millionen Menschen ums Leben kamen. Es dauerte über 400 Jahre an!  Ein Holocaust an den eigenen Ursprüngen einer Naturspiritualität, Werte der Germanisch-Keltischen Stämme und deren  Weltanschauung.

Jahrhundertelang wurde Europa zum Glaubenskrieg, konkurrierender Päpste, territorialer Eroberung und Rivalitäten.In allen Teilen Europas taten die männlichen Priesterkasten alles, um auch die letzten Spuren unserer alten Kultur auszurotten. Dort hatten wir Frauen eine hohe Stellung inne und wo Sexualität als etwas Heiliges galt.

Dies wurde später dann auch in die „Neue Welt“ übertragen.  Auf der Suche nach Weidegebieten, Siedlungsplätzen und später nach Gold und Erze, wurde die Indianische Bevölkerung auf ein Zehntel Reduziert, nicht zu vergessen, die Bodenverschmutzung, Abholzung der Wälder  und die Wasserverschmutzung.

Kolonien wurden gegründet, Rohstoffe geplündert und christianisiert.
Der Zusammenprall von Kulturen und deren Ideologien zieht sich bis heute fort.

(Quellen: U.a; Der Heilige Hain,Der Brunnen der Erkenntnis, Unsere Wurzeln neu entdecken)

Kommentare:

  1. Liebe Minerva, ich find´s gut dass Du auch ein solch heikles Thema einmal ansprichst und irgendwie passen diese Gedanken ja auch in die Samhain-Zeit.

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  2. Ja, ich finde auch , das sie zur Jahreszeit passen. Danke fürs mitlesen!

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  3. Liebe Minerva.
    Dies ist ein wunderschöner Beitrag. Es wurde alles sehr gut auf den Punkt gebracht. Auch ich empfinde es immerwieder als sehr traurig dass so vieles verloren ging. Das wir so radikal von unseren Wurzeln getrennt wurden.
    Liebe Grüße
    Elsbeth

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