Dienstag, 30. Oktober 2012

Ein spiritueller Film....

Ich habe gestern einen wirklich ganz zauberhaften Film gesehen, der so still und gefühlvoll inszeniert wurde und wie ich finde, überhaupt nicht Amerikanisch. Es tut gut, solche Filme fernab der Amerikanischen „Verdummung´s Action Industrie“ zu sehen!



Ich war mir auch gar nicht so sicher, spielte doch Martin Sheen (Vater von Charly Sheen) die Hauptrolle. Geschrieben und Regie geführt von seinem Sohn Emilio, den ich aus diversen Amerikanischen Filmchen aus den 80gern noch kannte. Er spielt übrigens auch in diesem Film den Sohn. 
Ich wurde von diesem Film nicht nur überrascht, sondern von seiner leisen , spirituelle  und fast schon zaghaften Inszenierung sehr berührt. 

Zur Handlung:
 
Witwer Tom Avery (Martin Sheen) ist erfolgreicher Augenarzt in Kalifornien, Sohn Daniel ( Emilo ) soll ihm nacheifern. Doch der rastlose Junior steigt aus. Daniel begibt sich in die Pyrenäen, um auf dem historischen, mittlerweile touristisch erschlossenen Jakobsweg 800 Kilometer nach Galizien zu pilgern. Er ist der Meinung das wir unser Leben selbst wählen sollten und nicht das Leben uns. Sein Vater, konservativ und Witwer, ist da ganz andere Meinung.

Als Katholik mit spanischen und irischen Wurzeln war Martin Sheen, den der Glaube vor dem Alkohol rettete, nun dieser Film ein Herzensanliegen. Und so beseelt spielt er auch, das müssen selbst Ungläubige, wie ich es bin, anerkennen.

Als religiöse Erbauung möchte Emilio Estevez sein "lebensbejahendes" Anliegen ohnehin nicht abstempeln. Der Film bleibt diesbezüglich neutral. Was ich als große Bereicherung ansehe. So geht jede Figur ihren ganz eigenen Jakobsweg, ohne in Religiösen Zwiespalt zu geraten. Kein unnötiges Gebete oder Gottes Diskusion.

Schön ist  die Aussage , eines Irischen Schriftstellers, den Tom, der Arzt , auf seinem Weg begegnet, der da sagt, er gehe in keine Kirche, hätten die Christen bei seinen Leuten in Irland  schon genug Schaden angerichtet. Er geht den Jakobsweg, ohne Christlichen Hintergrund, er will nur seine Schreib Blockade lösen.

Emilio Estevez sagt, der Film handele davon, was vielen Menschen im Leben fehle: Zeit für Gespräche, Zeit für Familie, Zeit für Beziehungen. Zeit für sich selbst.

  “Der Film sagt ja zu den Menschen und zum Leben. Er feiert unsere Unvollkommenheit und sagt, es ist okay genauso zu sein wie Du bist.” (Chicago Sun Times)

Der Arzt Tom Avery (Martin Sheen) muss nach Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreichreisen,  um die Habseligkeiten seines Sohnes Daniel (Emilio Estevez) entgegen zu nehmen.  Dieser war auf einer Pilgereise auf dem Jakobsweg unterwegs und kam während eines Sturms in den Pyrenäen schon am Anfang seines Weges, ums Leben. Der Vater versteht die Welt nicht mehr und seinen Sohn noch weniger.

Getrieben von tiefer Trauer und dem Wunsch, seinen Sohn besser zu verstehen, entscheidet er sich, diesen historischen Pilgermarsch zu gehen aber er geht nicht alleine, er lässt die Überreste  seines Sohn einäschern , um die Asche mitzunehmen. An markanten Punkten verteilt er diese auf seinem Weg. 

Bepackt mit dem Rucksack, den Habseligkeiten  und dem Reiseführer seines Sohnes beginnt er den 800 km Marsch von den französischen Pyrenäen bis zu Santiago de Compostela im Nordwesten von Spanien.
Im Laufe seiner Wanderung trifft Tom andere Pilger, allesamt mit ganz eigenen Geschichten  und nach einem größeren Sinn des Lebens suchend – den Holländer Joost, die Kanadierin Sarah  und den irischen Schriftsteller Jack), der unter einer Schreibblockade leidet. 

Während entbehrungsreicher Erfahrungen entlang des Weges, wächst das ungewöhnliche Quartett immer mehr zusammen und Tom beginnt auch seinen Sohn besser zu verstehen. Es macht Spaß Tom auf seinem Weg zu begleiten, seine ganz eigene Entwicklung zu betrachten. Und die Annäherung an seinen toten Sohn. Er fängt an zu verstehen und den Sinn dahinter zu begreifen

Und letzten endlich, entdeckt Tom den Unterschied zwischen dem Leben, das wir leben und dem Leben, das wir wählen.

Der Film wirkt nie kitschig oder Gefühlsduselig, nie zu aufgesetzt oder rührselig. Auch die fast zwei Stunden machen diesen Film, mit schönen Bildern nichts. Fast wie ein gutes Buch erkennen wir die Entwicklungen und sehen Tom, wie er an einigen Stellen seinen toten Sohn sieht, erst erschrickt und diesen „Geist“ später akzeptiert. SEHENSWERT!!!


1 Kommentar:

  1. klingt sehr schön, danke für den Tipp
    ganz liebe grüße
    Claudia

    auch ein Tipp, kennst du vielleicht schon, gibt´s allerdings nur auf youtube,
    ein französischer Film, heißt:"der grüne Planet"
    sehr nett gemacht.
    ich wünsch dir ein schönes langes Wochenende

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