Dienstag, 25. September 2012

Schamanische Reisen


Würde ich auch als kontrollierten„ Wach Traum“ bezeichnen. Du weißt, dass du träumst…
Bei einer nicht geleiteten Reise, hast du die Kontrolle selbst, du bestimmst über Anfang und Ende einer solchen Reise. Zum monotonen Schlag der Trommel begebe ich mich in eine andere Wirklichkeit, auf eine andere Bewusstseinsebene. Die Trommel ist gleichzeitig der Herzschlag der Mutter Erde, der meinen Herzschlag folgt, wir werden eins…

Für meine Reise, bestimmt mein Herzschlag meinen Rhythmus. Sehr häufig singe ich erst einmal eine ganze Zeit meine Lieder und lasse mich vom Räucherwerk tragen. Bis ich eine Verbindung fühle, die ich aber nicht beschreiben kann.Irgendwann, wenn die Stimme versagt, höre ich nur noch auf die Trommel und schließe dann die Augen. 

Ich lasse den Rhythmus der Trommel in meinen Körper gleiten und spüre ihre Schwingungen in mir. Wie ein Hall klingt es, wenn ich das Flackern der Kerze vor mir als Schatten hinter meinen Augenliedern wahrnehme und ich dann von meinem Geistigen Führer begrüßt werde.
Mittlerweile hat selbst die Wissenschaft erwiesen, das monotones Trommeln Entspannung, ja sogar Heilung bewirkt. Meine Schamanische Reise geht in die Untere Welt, nicht zu vergleichen mit der „Unterwelt“. Drei Welten gibt es, die Untere, die Mittlere und die Obere. Der Weltenbaum der Germanischen Tradition ist ein gutes Beispiel. 

Für mich war es am Anfang nicht einfach zu reisen. Die Trommel zu halten, sich zu entspannen. Mir fiel es sehr schwer, den Geist auszuschalten. Einige Übung  und nach einem Seminar klappte es dann  immer besser.  Ich habe wirklich Jahre gebraucht, um mich darauf einzulassen. Loslassen und geschehen lassen, war am Anfang wirklich sehr schwer für mich.
Ich treffe auf meiner Reise helfende Geister, ich kann aber auch meinen eigenen Schatten begegnen, wenn das in dem Moment hilfreich für meine e Entwicklung sein kann.

Auf meiner Reise gestern, fühlte ich eine Präsens die mich liebend umarmte, mich leitete und führte. Ich war so gefangen in diesem Gefühl, des zuhause seins, das ich vergas zu fragen, wer er wohl ist. Ein Fell über Kopf und Schultern saßen wir am Feuer, tanzten.  Außerdem zeigte er mir ein bestimmtes Tier, was mich erstaunte.  Ich fragte ob es mein Geisthelfer sei. 

Wichtig ist, dass du die Kontrolle über die Reise hast, aber nichts erzwingen solltest. Auch nichts Manipulieren. Ich finde es immer sehr bemerkenswert, wie viele Menschen angeblich Bären, Adler, Wölfe oder Büffel als Helfertiere haben. Bisher kenne ich niemanden mit einer Kröte, einem Frosch oder einem Fisch…

Sei sicher, egal welches Tier dir begegnet ( auch die Ameise oder die Spinne) es bringt dir genau die Kraft die du brauchst. Sei bei deiner Reise, wie ein Kelch, ganz leer und lass dich füllen. Schieb alles was du gehört, gesehen oder gelesen hast, ganz weit von Dir und lass einfach geschehen. 

Mein Geistführer zeigt mir, leitet mich oder schenkt mir etwas. Auch bei meiner angeleiteten Initiationsreise in den Keltischen Schamanismus, bekam ich beide male etwas geschenkt. Diese Kraft, Stärke, Energie oder das Wissen kannst du mit in die greifbare, materielle Welt nehmen.
Ich versuche meine Reise geschehen zu lassen und nicht nachzudenken. Das Nachdenken bringt mich nur zurück in die Realität und zieht mich raus. 

Alles was ich auf so einer Reise erlebe, beobachte ich aufmerksam, auch scheinbar Unbedeutendes bekommt dadurch manchmal eine ganz andere Wendung, wenn ich wieder in der Realität bin.

Kommentare:

  1. Echt toll beschrieben. Du hast in Worte gefasst, was mir im Gegensatz zum Reisen noch nie leicht fiel. Da ich von Kindheit an mich in diesen - ich nenne es Zwischenwelten - bewege, hatte ich bis jetzt nie Schwierigkeiten beim Reisen. Aber all dies zu beschreiben, da fehlten mir bis jetzt die richtigen Worte.

    Liebe Grüße, Ulrike

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  2. Tja, hier hast Du eine Leserin die tatsächlich für sich den Frosch zu ihren Helfertieren zählt :-) Zumindest vermute ich das, ehrlich gesagt. Bei anderen Tieren weiß ich genau um unsere Bezugspunkte, beim Fröschchen bin ich mir noch nicht so sicher.

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  3. athena: irgendwo in den tiefen dieses blog tagebuches ist mir einmal die kröte begegnet oder war es ein frosch? hm....auf jeden fall habe ich darüber geschrieben. vieleicht finde ich es wieder.

    ulrike: schön das du genauso emfindest, das gibt mir die sicherheit, das ich auf der anderen ebene war...

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