Mittwoch, 19. September 2012

Mabon Gedanken

Die Kastanien fallen mir vor die Füße. Ich mag Kastanien, sie fühlen sich, so glatt und glänzend, sehr gut in meinen Händen  an. Ich sammele sie auf und mir wird klar, dass  dieser Fuß Weg zum Geschäft nur noch von beschränkter Dauer sein wird. 

Diese Kastanien , werde ich, von diesen Bäumen, nicht mehr sammeln. Eine meiner letzten Handlungen, eine kleine Geste, aber eine letzte.

Das letzte Mal Erntedank feiern, hier in den Berghofer Wäldern.


Die Mabonzeit  werde ich an diesem Wochenende  auf einem Markt begehen. Der letzte Markt, keine Ahnung was mich geritten hat, so viele Wochenenden hintereinander zu arbeiten. Naja, die vier Tage Nordsee sind dann auch hart erarbeitet und ein schönes Geschenk dafür.

Erst Ende September kann ich somit der Göttin für diese Gaben und Fügungen  in diesem Jahr „Danke“ sagen. Und den Mut, im richtigen Augenblick zugegriffen und gehandelt zu haben!

Ich glaube, dass das Datum weniger eine Rolle, als die innere Einstellung, spielt. Wichtig ist immer, dass wir Dankbarkeit empfinden und dies  nicht nur für die guten Dinge, die uns in diesem Jahr wiederfahren sind, sondern auch für die schlechten. Alles ist miteinander verknüpft. Es ist umso wichtiger, in einer negativen Situation das positive zu sehen.

Nun ja, ich muss zugeben, dass ich in diesem Jahr natürlich besonders dankbar bin und das ungemein zu schätzen weiß, endlich angekommen zu sein. Dort  hinziehen und arbeiten zu können, wo andere  Urlaub machen,  ist purer Luxus, für den ich sehr, sehr dankbar bin. Egal was dann kommt.

Aber wieder denke ich dabei an mein Kater Odin, dem ich im Januar "lebe wohl" sagen musste, er begleitet mich in der anderen Ebene weiter. Ich hätte ihn doch so gerne dabei gehabt, er wäre dort doch so glücklich gewesen...

Ich bin dankbar für vier Jahre mit ihm. Auch für diese traurige Phase muss ich danke sagen, natürlich. Dankbarkeit das es meinen Lieben gut geht, das ist selbstverständlich und das alles in unserem Leben momentan so schnell voran geht. 

Jedes Jahreskreisfest hier wird nun zu etwas  Besonderem, ob ich das will oder nicht. Es ist so. Umso wichtiger ist es mir, es auch zu begehen. Hier in den Wäldern, nirgendwo anders. 

Auch das so lieb gemeinte Samhain Höhlenritual werde ich nicht mitfeiern. Obwohl ich mich sehr über die Einladung gefreut habe. Solange ich noch hier bin, benötigen meine Plätze mich uneingeschränkt, das ist meine Aufgabe, die ich sehr respektiere und ernst nehme.  

Noch sind mein Blut und meine Tränen mit diesen Orten in den nahen Wäldern verbunden, bis ich mich verabschiede. Noch bin ich hier und erfreue mich der Energien an meinen Plätzen im Wald. Von denen ich mich ganz langsam schon emotional verabschiede, das sieht man auch daran, wie wenig ich in den lichten Monaten dort war. 

Momentan mache ich mir Gedanken, wie ich ein Teil meiner alten Tollkirschen Büsche aus dem Hexenladen zum Norden transportieren kann, auch einen der Feenbäume möchte ich so gerne mitnehmen. Auch den Bauerntabak, der dieses Jahr so schön geblüht hat.

Ich hatte schon die Idee alles auszugraben, aber es gab hier so viele Spinnenweben und Kreuzspinnen, das ich warten wollte, bis diese wieder verschwunden sind.Vielleicht hat jemand einen Tipp von Euch, wann die beste Zeit ist, die Pflanzen zu transportieren und dort oben einzusetzen?! Eher vor dem ersten Frost oder doch erst im nächsten Jahr nach dem Frost?!

Meine Tollkirschen, lila wie gelb blühend sind schon viele Jahre alt und kamen aus der freien Natur. Als kleine Büsche habe ich sie im Wald ausgegraben und mitgenommen. Ich hänge sehr an diesen Pflanzengeistern und möchte sie nicht aufgeben, sie verbinden mich zusätzlich mit einem ganz besonderen Ort.

Ich wünsche Euch, meinen Lesern, ein gesegnetes Mabon und hoffe, das auch ihr den Göttern für das ein oder andere Danke sagen könnt.