Mittwoch, 8. August 2012

Spirituelle Zwangsbeglücker...

Die Zusammenkünfte von Menschen, die etwas gemeinsam haben, eine Gemeinschaft sind, bilden die Grundlage für jede Art von menschlicher Interaktion. Ob dieses Liebe, Arbeit, Konflikt, Frieden, Glaube oder Spiritualität ist, wir treten miteinander in Beziehung, weil dies zu unserer menschlichen Natur gehört. Und gerade auch in diesem Bereich verzeichnen wir unsere größten Erfolge, aber auch die größten Schwierigkeiten und Probleme mit anderen. 

Das Bedürfnis nach Bestätigung von außen schafft dabei sehr  viele Probleme. Bei der Entwicklung unserer sozialen Strukturen und der modernen Netzwerke, wie wir sie im Moment vorfinden, ist uns die Bedeutung unserer Beziehung zum Selbst verloren gegangen. Sie wurde durch die „Bestätigung bzw. Wertschätzung“ durch andere und deren Interaktionen ersetzt. Jeder erscheint „heiliger“ , „ reicher“ oder „ kreativer“ als der andere, jeder will wieder aus dieser Gemeinschaft heraus stechen.

Wir schenken unseren eigenen Bedürfnissen  viel weniger Aufmerksamkeit, als den Bedürfnissen anderer, wollen immer „politisch korrekt „ handeln, uns ist es scheinbar wichtiger ,was andere über uns denken, als wir selbst es tun.  

Wenn wir einen spirituellen -kreativen Prozess beginnen, geschieht das sehr häufig eher den anderen zu liebe. Natürlich dient es auch dazu, unserem Selbst etwas zu erschaffen oder voranzutreiben, aber der Hauptgrund liegt darin, für andere etwas zu tun. Sich selbst, mit dieser art von Spirituellem Handeln, "in den Mittelpunkt " zu stellen. 

Bewusst oder unbewusst, gewollt oder nicht, wir möchten  nicht uns heilen, nein, wir möchten anderen damit etwas Gutes tun, oder gleich dem ganzen Planeten! Nicht bei uns fangen wir an, nein, wir arbeiten gleich mit und für andere Menschen, ob die das wollen oder nicht! Uns selbst nehmen wir dabei weder wichtig noch arbeiten wir an unserer inneren Einstellung, damit wir auch bereit sind, mit anderen zu arbeiten. Wer heilt hat Recht, sagt man. Aber auch; wer selbst heil ist, kann nur andere heil machen. 

Der eigenen (krank machende) Energieverlust, nach  einer spirituellen arbeit wird ingnoriert, genau wie die starke Migräne nach einem Magischem Ritual, keine Beachtung findet. Nein, wir machen doch nichts falsch, wenn wir vermeintlich "gutes" tun...

Das innere Streben danach  ist stark, aber stärker ist das Bedürfnis, anderen vorzugaukeln, das zu sein, was wir zu sein glauben und dafür bestätigt zu werden. 

Ist das etwa nur der gute Wille ,zu heilen und  eine gute Tat zu tun, wenn jemand einfach beim Kauf von Edelsteinen zu uns sagt, er habe gerade eine „negative Besetzung“ von uns  genommen?! Das wir dem alten Mann da, auf der Bank „ mal eben Reiki gegeben haben“ so im Vorbeigehen?! Wenn man der Verläuferin im Modeladen mal im hinausgehen mitteilt, " sie habe da eine schädliche Energie im Geschäft"...???!!!

Oder ist das nicht eher arrogant  und anmaßend, dem Menschen gegenüber, der einfach nur etwas kaufen oder sich ausruhen wollte?!  Wer will schon „zwanghaft beglückt „werden, nur weil er mal in ein Esoterik Geschäft oder auf einen Markt geht?! Was soll so etwas?

Selbstdarstellung geht mit wahlloser Verteilung von sogenannter „Heilungsenergie“ einher.  Wo können wir da noch unterscheiden, was für wen gut ist, wenn wir so handeln?! 

Wo ist die Eigenverantwortlichkeit und die Ernsthaftigkeit dabei? Wenn ich so "Gutes tue" dann tue ich eines; ich schüre nur Ängste, aber heile nicht...und sollte erst einmal bei meinem Ego anfangen!



Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele.
    Liebe Grüße
    Elsbeth

    AntwortenLöschen
  2. Huhu! Das musste ich leider auch schon öfter erleben. Da hat in einem Esoterikladen, die Verkäuferin einfach ungefragt angefangen laut vor allen Kunden meine "Weh-Wehchen" anzusprechen und eine laute Predigt über meine Gefühle und auch meine dunklen Aspekte gehalten. Das war richtig unangenehm und vor allem peinlich, da die anderen Kunden diese Frau für die absolute Prophetin halten und ihr wirklich alles glauben. Natürlich hab ich den Laden nur noch mit rotem Kopf und tief ins Gesicht gezogener Kapuze verlassen.

    Viele GRüße aus Düsseldorf, Jessi

    AntwortenLöschen