Dienstag, 21. August 2012

Magie an der Küste: Der Jedutenhügel


Geht man mit offenen Sinnen und neugierigem Blick durch die Butjenter Landschaft, entdeckt man  hinter dem Deich eine Erhebung, die sich wie ein Erdwall aufzutürmen scheint. 

Diese Hügel sind  nicht besonders hoch. Aber prägen die platte Landschaft. Es liegt die Vermutung nahe, dass sie vor Uralten Zeiten einmal höher gewesen sind. Fakt ist, sie sind künstlich und von Menschenhand erhoben worden, zu einer Zeit, an dem noch kein Deich das Land schützte.

Diese Erhebungen werden  im Allgemeinen als Jedutenberge bezeichnet. Schon im letzten Jahr haben sie mich fasziniert und angezogen. Bevor ich überhaupt von ihnen wusste, stand ich vor einem der mich quasie angezogen hatte. ( jaja...das Trüffelschwein war wieder unterwegs).
Und so recherchierte ich. Merkwürdigerweise erfuhr ich dabei fast gleichzeitig, das die Künstlerin, von der wir den Hof gekauft haben, ein Projekt leitet, welches mit einem dieser Hügel in der Nähe, zu tun hat. Und wieder einmal; das ist mehr als nur ein ZUFALL!  

Folgendes fand ich über diese Hügel heraus:
Anerkannte Heimatkundler vertreten unterschiedliche Standpunkte in der Beantwortung der Frage, zu welchem Zweck diese Hügel einmal aufgeworfen wurden und welchem anderen Zweck sie noch gedient haben mögen, nachdem der ursprüngliche weggefallen ist. (Oder verboten wurde?!)
Überwiegend wird von ihnen die Meinung vertreten, diese Erhenungen seien
  • entweder als Standorte für Wachposten zur Warnung vor See-Überfällen durch die Wikinger in fränkischer Zeit
  • oder als Standorte für Landmarkierungen für die Schifffahrt geschaffen worden. Dabei wird nicht ausgeschlossen, dass die Standorte für die Wachposten später zu Landmarkierungen umfunktioniert wurden.
Diejenigen Heimatkundler, die allein aus der Benennung dieser Hügel als Jedutenberge die ursprüngliche Zweckbestimmung ableiten wollen, vertreten den Standpunkt, dass diese Hügel seit alters her Stätten zur Pflege des Jedutenkults gewesen sind. Während für diese Vermutung, dieser Götzenkult sei bereits in vorchristlicher Zeit hier gepflegt worden, keine schlüssigen Beweise vorliegen, sind
  • das „Jedutengeschrei“  als unabdingbare Voraussetzung für das Schreigericht nach dem Sachsenspiegel zur Ahndung eines auf frischer Tat begangenen Verbrechens
  • und die Anrufung von Jedute um Hilfestellung in Notlagen und bei Gefahr und als Ausdruck der Bestürzung in außergewöhnlichen Situationen ist bis zum Ende des Mittelalters dokumentiert.
Nun gut, viele Forscher  meinen also , da die  Jedutenhügel sehr bequem lagen, es auf diese Weise möglich war, Feuerzeichen bei Gefahr zu geben . Vielleicht aber waren diese Hügel auch Gerichtsstätten oder Versammlungsplätze für diese Schreigerichte. Und da kommen wir dem ganzen schon etwas näher, wie ich finde.

Wenn sich nämlich dort an der Küste, in früheren Zeiten die Frauen oder Männer  über irgendetwas wunderten oder ihnen ein Unglück geschah, dann riefen sie: ``O de Jedute, o de Weh, o de Woog!``
Es  gibt Hinweise, dass mit Woog, Odin selber gemeint war, man denke nur an die Verwandtschaft der Namen Woog und Wotan/ Woden. Was Jedute bedeutet, weiß niemand leider mehr so genau. Ich gehe mal ganz dreist davon aus, das damit Frigga selbst gemeint wurde, also die Frau Odins. Oder vielleicht auch ein Wassergeist/Göttin.
Es gibt die Vermutung, dass eine germanische Göttin Jedute auf den Jedutenhügeln verehrt wurde. Die Jedutenberge verloren allem Anschein ihre Bedeutung, als in dieser Gegend Kirchen gebaut wurden. Und vielleicht nutze Man/n sie dann in der Zwischenphase vor dem Bau der Kirchen und nach der Christianisierung nur noch als Leuchtfeuer. 

Ich finde sie aber äußerst spannend und sehr anziehend und werde sicherlich meine Augen, Ohren und die anderen Sinne offenhalten ….

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