Donnerstag, 30. August 2012

Erste Abschieds Gedanken



 „ Wir Indianer sagen:
Mitakuye oyasin – wir sind alle miteinander verwandt.“
(Wayne Vandall,  Lakota)

Noch gute 6 Monate, ein halbes Jahr, dann beginnt nicht nur für mich eine neue Zeitrechnung. Ich denke  nur wer, wie ich, immer an einem Ort gelebt hat, kann sich vorstellen, was es bedeutet, nach mehr als vierzig Jahren, diesen zu verlassen. Es ist Herausforderung und Freude, aber natürlich auch mit gewissen Ängsten verbunden.  Ich tue das nicht, weil ich den Göttern vertraue, sondern obwohl ich ihnen vertraue! 
Ich bin mir sicher, dass sie mich dort oben haben müssen, sonst wäre das alles nicht so gekommen, wie es gekommen ist. 

Es gibt vieles, was ich gerne zurück lasse, aber  noch viel mehr, was mir den Abschied von hier  schon schwer macht. Liebe Menschen, wie meine beste Freundin Uli aber auch weitere, die mir in den Jahren ans Herz gewachsen sind.  Meine „ zwei Mädels“ Astrid und Tina, sowie die Frauen, mit denen ich seit  Jahren die heidnischen Rieten begehe und deren Entwicklung ich somit nicht mehr unmittelbar mitbekommen werde. So einfach ist es dann doch nicht zu gehen.  

Es wird noch viel gesagt werden, noch viel getan, aber auch vieles ungesagt und ungetan bleiben. Nach mir kommen andere, keine Frage. Ich hoffe aber dennoch, dass ich für einige  Menschen ein Licht an ihrer Wegkreuzung gewesen bin. Nein, ich war es sicher. Und das ich es auch weiterhin sein darf.
Ich bin bald etwa 280 km Entfernt, nicht die Welt,  in der heutigen „Globalen Zeit“…aber dennoch….

In den letzten Jahren haben intensive Begegnungen zugenommen und sich Wege eröffnet in eine weitere Richtung die ich gehen muss. Ich darf mich dem nicht verschließen und wer mich kennt, weiß, dass ich den „vermeintlichen“ Zufällen, immer sehr viel Wichtigkeit beimesse.  

Wir begegnen und nicht einfach so. Umso intensiver eine solche Begegnung ist, umso mehr sieht man sich ins Herz und das hat nichts mit der eigentlichen Dauer einer Freundschaft zu tun. Ich hege die Hoffnung, dass Menschen, denen ich begegnet bin und die mir begegneten, mich auch woanders wieder  finden werden.  
 
Natürlich, wenn man einen Lebensabschnitt beendet und dies geschieht hier sehr  bewusst, so zieht man Resümee und denkt auch viel an unausgesprochenes und ungetanes. Abschied ist immer der „kleine Tod“ während der Neuanfang die Reinkarnation darstellt. Natürlich lasse ich die letzten Jahre  an meiner Seele vorbeigleiten, weil die letzten zehn Jahre mit einzelnen Menschlichen Schicksalen zu tun hatten. 

Und auch meinen ganz privaten Begegnungen und Lebensphasen.
Es gab  ein paar Menschen, von denen ich hoffe, sie sind glücklich geworden. Einen dessen Umarmung als Entschuldigung ausreichte und eine die zurückkam um von ihrem Weg zu berichten und wieder untertauchte. Und Menschen, die Kraftvoll ihren Lebensweg fanden. Viele gute Seelen, die mich innerlich zum Lächeln bringen, wenn ich an sie zurückdenke. 

Aber auch mit der Ungewissheit ob mein Rat gut war oder nicht, musste ich irgendwann leben lernen und mit Fehlern von mir und anderen. Mit Feigheit und Verrat. Und, das ich vielleicht zu viel von dem ein oder anderen verlangte und erwartete , was sich selbst angeht. Ich habe auch immer von Menschen lernen dürfen, die ich  begleitete habe, denn auch ich entwickelte und entwickele  mich stetig weiter. 

Natürlich gibt es auch Menschen und Situationen, bei denen ich froh bin, diesen nicht mehr so sehr ausgesetzt  zu sein. Aber die Beweggründe dieser Lebensreise bzw. dieses Umzuges sind dann doch die eigenen,  mein Leben, unsere Leben, ganz der Naturreligion zu widmen. Der reine Verkaufsbereich geht seit einiger Zeit in eine Richtung, die ich so nicht mittragen werde und will.  Wie ein Puzzle passt alles ineinander, auch wenn es ab und an schwer fällt „ Lebewohl „ zu sagen,  es ist richtig zu gehen! 

Wie die Schamanische Seele, muss ich weiter fliegen. Ich muss für mein eigenes Heil sorgen, damit ich auch weiterhin andere „Heilen“ kann.  Denn hier  ist für mich alles getan, alles erreicht, was ich hätte tun können. Um eine weitere Tür für meine Seele zu öffnen, muss ich weiter in die Wildheit in mir und um mich herum hinein. Auch ich bin, auf einer beständigen Suche ...vieleicht nach mir selbst ...oder der , meiner ,Ur-verbinung...wer weis...

Wie innen – so außen!


PS:
Wie ich dies hier so schreibe kribbelt es mir an der Hand und ich erschrecke, da läuft eine recht große Kreuzspinne über meine Tastatur und schließlich  über meine Hand. Argggg....Igitt…ich reiße mich zusammen, fange sie ein und setzte sie nach draußen, da wo sie hingehört. Noch immer kribbelt es mir, aufgrund ihrer Größe. 

Ja, die Spinne wollte da wohl ihre Botschaft für mich  mit einfließen lassen, weshalb denn, läuft sie mir gerade über die Hände, als ich genau dieses  Bild für den Blog Eintrag berarbeite.
Botschaft der Spinne: Kreativität und das Weben des Schicksals.

Ihre Symbolik ist in den meisten Ländern ziemlich ähnlich. Bei den Moiren der griechischen Mythologie und den Nornen der skandinavischen Tradition nahm sie die Gestalt von Frauen an, die den Lebensfaden spinnen, bemessen und abschneiden. Bei den Indianern gilt die Spinne als Großmutter, als Verbindungsglied zwischen Vergangenheit und Zukunft. 
Sie webt die Schicksale ineinander...
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Kommentare:

  1. Sehr bewegende Worte und auch ich finde derartige Begegnungen (gerade mit Spinnen - äääähhhh), immer sehr denkwürdig...
    Es ist schön dass Du "die Öffentlichkeit" / Deine Leser an Deinem Weg auf diese Art teilhaben läßt, denn das macht Mut.
    Alles Gute dafür!

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  2. Wirklich sehr schön hast du deinen Weg, den du gehst, beschrieben. Ich habe eine Gänsehaut bekommen, als ich las, wie die Spinne deinen Weg kreuzt. Denn sie zeigt, was jetzt gerade auf deinem Weg aktuell ist. Wie kreativ du deinen Lebensweg "spinnst".
    Und sie steht dir zu Seite, wie wundervoll.
    Weiterhin alles Gute!
    Carola

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  3. Hach, ich kann dich sooooooooooooo gut verstehen!!!

    Viele liebe Grüsse
    Petra ;)

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