Freitag, 31. August 2012

Die Magie der Pilze

Herbstzeit-Pilz Zeit
Pilze sind Lebewesen, denn sie gehören zur organische lebenden Natur. Pilze sind aber weder Pflanzen, noch sind sie Tiere oder Insekten. Sie bilden, im biologischen Sinne, ein ganz eigenes Reich. Pilze scheinen uns so, als wären sie Standort gebunden, immer an derselben Stelle, wo wir sie im letzten Jahr gefunden haben. Das ist aber nicht so. Pilze wandern.


Der Pilz ist, biologisch gesehen, ein Geflecht aus unterirdisch verlaufenden Geflechten, zahllosen Fäden die manchmal einen Fruchtköper ausbilden, der dann an die Oberfläche kommt. Pilze fressen, wie Tiere, anderes organisches Material, meist Holz, Blätter oder andere Pflanzen. Und manchmal befallen sie auch lebende Organismen, wie Tiere oder Menschen. 

In den Volksnamen dieser merkwürdigen Lebewesen, spiegelt sich das Wissen, unsere Vorstellungen und Erkenntnisse über die Pilze wieder. Diese Volkstümlichen Namen verraten uns vieles über sie selbst und ihre Bedeutung für uns. So kann, je nach Region, im Volk ein Pilz viele Namen tragen.  

Oft kommt es daher auch vor, das eine Pilzart Namen hat, die auch für eine andere Art gebräuchlich ist. Manchmal kann das verwirren und mitunter auch gefährlich werden. Viele alte Namen der Pilze erzählen von ihren Geschichten und der Mythologie, von Gebrauch und Wirkung oder von Sagen und Legenden. 

Viele Pilze wurden nach Standorten genannt, wie Baumpilz, Mistpilz, Birkenpilz, Moorröhrling oder Düngerling. Oder nach ihrem Aussehen, Farbe oder Geruch wie Geweihpilz, Sonnenschirm, Hasenpfote oder Schwefelkopf. Vom Geruch her gibt es da den Maggiekopf, Butterpilz, Knoblauchschwindling, Stinkmorchel und und und.

Manche deuten auf Sagen und Legenden hin wie; Kötenstuhl, Rabenbrot, Hexenröhrling, das Judas Ohr. Manche die Pharmakologische Anwendung bzw. Wirkung: Todesengel, narrenschwamm, Zauberpilz, der Fliegenpilz, Bauchwehkoralle…

Ich selbst esse Pilze gerne, aber verlasse mich da durch meine Unkenntnis eher auf die gekauften Sorten. Allerdings treibt es mich dann doch jeden Herbst in die Wälder, weil ich bewundernd die vielen Arten betrachte, die Gerüche, Farben und Formen. Pilze fazinieren mich.Am liebsten ist mir der Fliegenpilz, den ich auch sammel. Die erstaunten Blicke der anderen Pilzsammler belustigen mich dabei jedes Jahr aufs Neue. 
Was mache ich mit ihm?!
Nun ja, ich trockne den Fliegenpilz und verwende ihn in Maßen und sehr bewusst in Trance Räucherungen. Die ich natürlich NICHT zum Kauf anbiete ( Betäubungsmittelschutzgesetz ). Mit Einverständnis der Teilnehmer, auch mal als Rituelle Räucherung, aber dann nur in der freien Natur, nicht im geschlossenen Raum. Erst seit ein paar Jahren fühle ich mich bereit, mit Fliegenpilz und Tollkirsche zu experimentieren.
Mein Schamanisches Räucherwerk besteht meist aus einheimischen Baumharzen, gemischt mit unterschiedlichsten Kräutern wie Beifuß oder dann auch mal die Tollkirsche und den Fliegenpilz, wie auch Teile des Porlings, eines Baumpilzes.

Der Porling oder auch Zunderschwamm genannt, ist mir der zweitliebste Pilz. Getrocknet und in kleinen Teilen dem Räucherwerk zugemischt verbessert er das verglühen der Mischung. Ich bin mir sicher, das unserer Germanisch wie Keltischen Vorfahren den Zunderschwamm, wie alle anderen Arten von Porlingen, noch vielfältiger genutzt haben. Dies Wissen scheint verloren zu sein.

Viele Nordamerikanische Ureinwohner verräuchern bestimmte dort heimische Baumpilze gegen Kopfschmerzen oder vermischen sie mit Tabak. Die Cree kennen Birken Porlinge als eine Art Moxa Anwendung und der Fliegenpilz, vermischt mit Stechapfel und Harzen ist durchweck bekannt.  Die Blackfeet verwenden Porlinge als Räucherwerk gegen böse Geister.

In Schamanischen Kulturen wurden Tabak und Fliegenpilz oder Tabak und Porlinge verraucht. Man könnte fast sagen; weltweit. Auch dass andere Pilze mit Tabak gemischt und geraucht wurden, ist in Alaska belegt. Sie vermischen die Asche eines Porlings mit Tabak und kauen diese. 

Diese Praktik scheint bei den Nordamerikanischen Urvölkern verbreitet gewesen zu sein. Ich glaube fest, dass auch unsere Stämme solche  Praktiken kannten. Bei den Ojibwa, die einen sehr ausgeprägten Kult um den Fliegenpilz haben, heißt es in einer Überlieferung, dass ein Schamane mithilfe einer gerauchten Medicin, die aus Tabak und Pilzstaub bestand (Zauberpulver) , beeinflusst wurde. Das räuchern, rauchen oder schnupfen von Porlingen, kombiniert mit Pilzen, ist bis heute im Nordwestlichen Nordamerika üblich, sowie auch in Asien. Auch ist es in Nordamerika üblich, den Zunderschwamm anstatt von Sweetgras zu räuchern.  Noch heute verwenden die westsibirischen Schamanen den Feuerschwamm bei Begräbnisritualen als Räucherwerk.
Wenn man unbehandelt, Fliegenpilze in einem Omelett oder als Capaccio isst, kann es nach etwa zwanzig Minuten zu Bauchschmerz, Übelkeit und Erbrechen führen. Dann denkt die betroffene Person; „oh Weiher, ein Giftpilz, ich habe es doch gewusst!“  Und steigert sich so in Panik, das auch dann noch schwerwiegendere Symptome zu bemerken scheint. 

Aber der Fliegenpilz ist nicht giftig für gesunde Erwachsene!!! Und die Übelkeit ,die am Anfang eintreten kann, ist Teil eines körperlichen Reinigungsprozesses, das Erbrechen ist Zeichen der körperlich-geistigen Reinigung. 

WARNUNG: Dennoch rate ich jedem, sich sehr gut kundig über den Fliegenpilz zu machen! Um wirklich schamanische Erfahrungen mit diesem Pilz zu haben, sollte man dieser wirklich sehr gut kennen! Ansonsten wird es eher ein Trip zu den eigenen Dämonen und Psychosen werden!

Tja, allem Anschein nach, hegen wir Menschen eine starke Verbundenheit zu den Pilzen. Manche der Arten werden seit Urzeiten für Liebeszauber und derberes verwendet. Andere gelten auch als Gottheiten, wobei meist die Männlichen im Vordergrund stehen, aufgrund der phallischen, also der Ähnlichkeit der männlichen Geschlechtsorgane. Genau diese Pilze; die Phallussymbole der Erde (des Erdengottes) wurden als Aphrodisiakum (Liebensmittel ) verwendet.

Nun ja, wenn wir so im Herbst durch den Wald wandern, dann ist der Anblick eines aus dem Boden herausspießenden Pilzes ja schon überdeutlich. Da wundert es wenig, wenn die Wissenschaft diese Pilze, „Phallus impudictus“ übersetzt „ Unverschämter Schwanz“ nennen. Also, ich muss manchmal auch grinsen....wirklich, aufgrund der Ähnlichkeit.

Wir nenne diesen Pilz übrigens „Stinkmorchel“. In vielen Kulturen gelten diese Pilze als Potenzmittel für den Mann. Man sagt, dort wo viele solcher Morcheln wachsen, würde der Waldgott zum Gelage /Tanze bitten und weil er alle weiblichen wie männlichen Geschöpfe befriedigen will, bedient er sich dieser Pilze. 

Viele der Pilze sehen dem Penis des Mannes derart ähnlich, dass wohl schon der Anblick genügt, erotisch-sexuelle Gedanken zu bekommen. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese zur Anregung der Männlichen Organe genutzt wurden. Sieht ein Pilz aus, wie ein Erigierter Penis, erzeugt er  auch beim Manne diese Wirkung (Signaturlehre).

So wurden dieser Arten auch bei Liebeszaubern verwendet. Dem Manne als Essen vorgesetzt unter sein Bett gelegt. Die Stinkmorchel ist dazu wirklich essbar und soll ganz gut schmecken. Genauso wie die unterirdischen Trüffel,  "Hoden der Erde" genannt  und als Liebs Mittel gekocht wurden.

Fakt ist, das der Geruch von einer Trüffelspeise, löst ähnlich der Menschlichen Pheromone, den Sexualtrieb aus und kann so seine Wirkung auf unsere Unterschwellige Warnehmung haben und dann sehr "Anregend "wirken...

Wer mehr darüber wissen möchte, dem sei das Buch "Pilze und Menschen" von Christian Rätsch ans Herz gelegt!


Donnerstag, 30. August 2012

Erste Abschieds Gedanken



 „ Wir Indianer sagen:
Mitakuye oyasin – wir sind alle miteinander verwandt.“
(Wayne Vandall,  Lakota)

Noch gute 6 Monate, ein halbes Jahr, dann beginnt nicht nur für mich eine neue Zeitrechnung. Ich denke  nur wer, wie ich, immer an einem Ort gelebt hat, kann sich vorstellen, was es bedeutet, nach mehr als vierzig Jahren, diesen zu verlassen. Es ist Herausforderung und Freude, aber natürlich auch mit gewissen Ängsten verbunden.  Ich tue das nicht, weil ich den Göttern vertraue, sondern obwohl ich ihnen vertraue! 
Ich bin mir sicher, dass sie mich dort oben haben müssen, sonst wäre das alles nicht so gekommen, wie es gekommen ist. 

Es gibt vieles, was ich gerne zurück lasse, aber  noch viel mehr, was mir den Abschied von hier  schon schwer macht. Liebe Menschen, wie meine beste Freundin Uli aber auch weitere, die mir in den Jahren ans Herz gewachsen sind.  Meine „ zwei Mädels“ Astrid und Tina, sowie die Frauen, mit denen ich seit  Jahren die heidnischen Rieten begehe und deren Entwicklung ich somit nicht mehr unmittelbar mitbekommen werde. So einfach ist es dann doch nicht zu gehen.  

Es wird noch viel gesagt werden, noch viel getan, aber auch vieles ungesagt und ungetan bleiben. Nach mir kommen andere, keine Frage. Ich hoffe aber dennoch, dass ich für einige  Menschen ein Licht an ihrer Wegkreuzung gewesen bin. Nein, ich war es sicher. Und das ich es auch weiterhin sein darf.
Ich bin bald etwa 280 km Entfernt, nicht die Welt,  in der heutigen „Globalen Zeit“…aber dennoch….

In den letzten Jahren haben intensive Begegnungen zugenommen und sich Wege eröffnet in eine weitere Richtung die ich gehen muss. Ich darf mich dem nicht verschließen und wer mich kennt, weiß, dass ich den „vermeintlichen“ Zufällen, immer sehr viel Wichtigkeit beimesse.  

Wir begegnen und nicht einfach so. Umso intensiver eine solche Begegnung ist, umso mehr sieht man sich ins Herz und das hat nichts mit der eigentlichen Dauer einer Freundschaft zu tun. Ich hege die Hoffnung, dass Menschen, denen ich begegnet bin und die mir begegneten, mich auch woanders wieder  finden werden.  
 
Natürlich, wenn man einen Lebensabschnitt beendet und dies geschieht hier sehr  bewusst, so zieht man Resümee und denkt auch viel an unausgesprochenes und ungetanes. Abschied ist immer der „kleine Tod“ während der Neuanfang die Reinkarnation darstellt. Natürlich lasse ich die letzten Jahre  an meiner Seele vorbeigleiten, weil die letzten zehn Jahre mit einzelnen Menschlichen Schicksalen zu tun hatten. 

Und auch meinen ganz privaten Begegnungen und Lebensphasen.
Es gab  ein paar Menschen, von denen ich hoffe, sie sind glücklich geworden. Einen dessen Umarmung als Entschuldigung ausreichte und eine die zurückkam um von ihrem Weg zu berichten und wieder untertauchte. Und Menschen, die Kraftvoll ihren Lebensweg fanden. Viele gute Seelen, die mich innerlich zum Lächeln bringen, wenn ich an sie zurückdenke. 

Aber auch mit der Ungewissheit ob mein Rat gut war oder nicht, musste ich irgendwann leben lernen und mit Fehlern von mir und anderen. Mit Feigheit und Verrat. Und, das ich vielleicht zu viel von dem ein oder anderen verlangte und erwartete , was sich selbst angeht. Ich habe auch immer von Menschen lernen dürfen, die ich  begleitete habe, denn auch ich entwickelte und entwickele  mich stetig weiter. 

Natürlich gibt es auch Menschen und Situationen, bei denen ich froh bin, diesen nicht mehr so sehr ausgesetzt  zu sein. Aber die Beweggründe dieser Lebensreise bzw. dieses Umzuges sind dann doch die eigenen,  mein Leben, unsere Leben, ganz der Naturreligion zu widmen. Der reine Verkaufsbereich geht seit einiger Zeit in eine Richtung, die ich so nicht mittragen werde und will.  Wie ein Puzzle passt alles ineinander, auch wenn es ab und an schwer fällt „ Lebewohl „ zu sagen,  es ist richtig zu gehen! 

Wie die Schamanische Seele, muss ich weiter fliegen. Ich muss für mein eigenes Heil sorgen, damit ich auch weiterhin andere „Heilen“ kann.  Denn hier  ist für mich alles getan, alles erreicht, was ich hätte tun können. Um eine weitere Tür für meine Seele zu öffnen, muss ich weiter in die Wildheit in mir und um mich herum hinein. Auch ich bin, auf einer beständigen Suche ...vieleicht nach mir selbst ...oder der , meiner ,Ur-verbinung...wer weis...

Wie innen – so außen!


PS:
Wie ich dies hier so schreibe kribbelt es mir an der Hand und ich erschrecke, da läuft eine recht große Kreuzspinne über meine Tastatur und schließlich  über meine Hand. Argggg....Igitt…ich reiße mich zusammen, fange sie ein und setzte sie nach draußen, da wo sie hingehört. Noch immer kribbelt es mir, aufgrund ihrer Größe. 

Ja, die Spinne wollte da wohl ihre Botschaft für mich  mit einfließen lassen, weshalb denn, läuft sie mir gerade über die Hände, als ich genau dieses  Bild für den Blog Eintrag berarbeite.
Botschaft der Spinne: Kreativität und das Weben des Schicksals.

Ihre Symbolik ist in den meisten Ländern ziemlich ähnlich. Bei den Moiren der griechischen Mythologie und den Nornen der skandinavischen Tradition nahm sie die Gestalt von Frauen an, die den Lebensfaden spinnen, bemessen und abschneiden. Bei den Indianern gilt die Spinne als Großmutter, als Verbindungsglied zwischen Vergangenheit und Zukunft. 
Sie webt die Schicksale ineinander...
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Mittwoch, 29. August 2012

Kein einfacher Mensch…

 
Die Indianer sagen;...." Laufe erst einmal in meinen Schuhen eine Weile, dann überlege gut, ob deine Meinung von mir, immer noch die gleiche ist..." 

Nein, ich bin sicherlich kein Einfacher Mensch. In vielen Bereichen nicht. Ich lebe und arbeite meine Berufung. Das können nur sehr wenige Menschen verwirklichen. Meine Beziehung zu Mutter Erde, den Göttern und Ahnen, den Pflanzen und Steinen geht tief und zieht sich durch alle Bereiche meines Lebens. Ja, ich gebe zu, dass mich das wohl mit den Jahren immer „verschrobener“ gemacht hat, denn ich lege auf viele Dinge keinen Wert. Ich fühle mich überfordert, wenn ich in einem vollen Einkaufzentrum bin oder auf einer Party mit vielen Menschen. Öffentliche Netzwerke nutze ich nur  gefiltert, weil mir das viel zu viel Theater ist .(Wobei ich momentan überlege, meinen privaten Account dort zu löschen. So irgentwie mag ich das alles nicht mehr sonderlich.)

Vor bestimmten Aufgaben und Terminen ziehe ich mich  zurück und manchmal mag ich überhaupt nur sehr wenige Menschen um mich herum. Ich glaube , das Menschen, die mich kennenlernen, dabei vergessen ,dass mein Beruf mein Leben ist und das eine das andere nicht ausschließen kann. Und ich, auf Grund dessen, andere Schwerpunkte setzte und setzen muss. Mein Beruf ist ja auch kein alltäglicher. 
Vergessen übrigens auch einige.

Auch „zwischenmenschliches“ ist sehr oft nicht leicht, weil ich  menschliche Verwicklungen und Lebenswege voraussehen kann. Meist  weis ich vorher, wenn jemand Schiffbruch erleidet oder aber auch, wenn er zu Höhenflügen ansetzt. Ich mische mich nicht, ein. Jeder Mensch hat seine Seelenaufgabe und muss an sich lernen.  Ich „Zwangsbeglücke“ nicht.

Ich wurde einmal gefragt, was man tun soll, wenn man bemerkt, dass jemand den falschen Weg geht. Nun ja, nichts. Kraft und Hilfe anbieten, aber ansonsten muss jeder seinen eigenen Weg, aus eigener Kraft finden. Und wer weiß, vielleicht muss dieser Mensch diesen Weg gehen, um zu lernen um an sich zu wachsen. Wer kann bemessen, welcher Weg für welchen Menschen der richtige ist?!

Natürlich gibt es Situationen wo wir mehr tun möchten oder auch mehr tun. Aber meistens geht so was dann nach Hinten los. Ich habe gelernt, mich zurückzuziehen und zu Beobachten. Und wenn jemand eine Hand oder auch ein Herz benötigt, bin ich da. Wenn ich gebeten werde. Und ich tue auch nur das, wonach ich gefragt werde.

Für mich selbst, habe ich gelernt, gnadenlos aus Situationen und Dingen auszusteigen, die mir nicht gut tun. Wenn mir mein Gegenüber ein schlechtes Gefühl vermittelt, setzte ich mich dem nicht mehr aus, ganz einfach. Mich interessiert das auch einfach nicht mehr, wie ich auf andere wirke oder warum ich was tue.
Wenn ein Konflikt mir wichtig ist, dann gehe ich ihn ein, aber ich übergehe viele Phrasen, weil ich weder Lust noch Energie habe, mich damit zu befassen. Ich wäge die Wichtigkeiten ab und komme sehr oft zum Entschluss, dass es sich nicht lohnt sich aufzuregen und es sich leichter lebt.

Es gibt Menschen, bei denen  ich  weiß, dass derjenige einfach nie etwas beenden kann und somit auch kaum zum Ziel kommt. Geschweige, er oder sie hätte überhaut  eines. Es gibt Menschen, wo mir Logik und die Intuition sagen, das klappt nie. Nicht weil sie es nicht können , sondern weil sie einfach ausschließlich nach den Erwartungen anderer Leben oder sich selbst eine Lüge vorleben. Wahre Sicherheit gibt es im Leben nicht. Ich kann über die Straße gehen und überfahren werden oder aber auch nicht. Wenn ich provozierend über Rot gehe und noch eine Schnellstraße nehme, dann ist das für einen Außenstehenden schon sehr offensichtlich, oder?!

Es gibt Menschen, die sind sehr krank und wollen aber nichts an ihrem Leben  ändern, das ärgert mich zwar, (vor allem wenn ich mit ihnen arbeite) aber es ist nicht mein Leben. Wenn ich ihnen dann aber sage, dass sie ihr Verhalten, ihre Lebensweise und Ernährung vielleicht einmal überdenken sollten, dann bin ich die Böse, die „Nichts Könnerin“. Dann rennt man lieber zum nächst teureren Guru oder der Hexe, die alles Verspricht, Hauptsache der Rubel rollt…
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Ja, ich denke, ich bin auch ein kritischer Mensch, aber auch selbstkritisch, so ist das ja nicht. Mein Leben hat sich ganz und gar dem Schamanismus zugewandt, was mir immer wieder magische Begegnungen beschert hat. Sei es durch das Geschäft, aber auch auf meinen privaten Lebens Wegen. Und es gab beides. Es gibt Freundschaften, die erst durch den Laden zustande kamen und solche, die schon viel älter sind. Beruf, Glauben  und Leben wurden immer mehr miteinander verwoben. Das macht es nicht einfacher aber dafür intensiver. 

Viele menschliche Begegnungen streiften nur meine Seele, wenige wurden inniger. Ich vergesse sie nicht. Ich denke immer an die Menschen, mit denen ich intensiver gearbeitete habe. Ich denke  immer im Guten an sie und erfreue mich an ihrem Fortkommen und nicht an ihrem Scheitern.
Es ist bereichernd, wenn jeder seinen Weg findet und darin glücklich werden kann. Es gibt Menschen, die haben mein Vertrauen missbraucht, haben gelogen und gelästert. Das hat mich vorsichtig werden lassen  aber ich habe auch viel gelernt dabei. 

Natürlich überwiegt da das Positive, wenn der ein oder andere nach Jahren( zurück -) kam, um zu berichten, sich  zu entschuldigen oder einfach nur mal wieder an mich dachte und hallo sagte. Ich vergesse nicht, aber ich verzeihe. Ich versuche immer „verstehen zu können“ auch bei denen, die nicht bereit sind, im Leben etwas zu ändern. Ich dränge nicht, ich warte und lebe lieber mein eigenes Leben, als mich um das Leben anderer zu kümmern. 

Denn nur weil ich selbst glücklich, zufrieden und innerlich in meiner Mitte bin, kann ich denen helfen, die mich wirklich brauchen und mich und meine Arbeit/en  ernst nehmen. Alle anderen sind mir dabei herzlich egal. Ich kümmere mich gerne um mich. Wer seine eigene Entwicklung im Blick hat, kann sich selbst besser einschätzen und spiegeln.

Und all das hat  auch zur Folge, dass ich  immer wieder aufpassen muss, geerdet zu bleiben. Glücklicherweise gibt es da einen Spirit (der Nordmann) der sehr rational denkt. Der kühle Kopf, mein Kämpfer.
Aber auch mein eigener Kopf ist so erzogen worden. Noch immer finde ich es faszinierend, wenn ich an die Rückführungstrance denke oder an die Trommeltrance des Nepal Schamanismus. Obwohl mir das eher ein „unheimliches“ Gefühl verschaffte. Es hat mir einen Seelenanteil zurück gebracht, den ich seither einsetzen kann, um selbst mit Trommeltrancen zu arbeiten. Und das ist äußerst Cool.

Auch da begegnete ich den richtigen Menschen. In einer sehr emotionalen Lebensphase, in der ich eine Verletzung heilen musste. Noch immer ist sie nicht ganz verheilt und wird es vielleicht nie. Ich trage da auch meine Verantwortung dazu bei, keine Frage.   

Eigentlich wusste ich schon, (wie oben geschrieben) was passiert. Oder eher gesagt; was passieren könnte. Die Narbe in der Hand desjenigen hätte mich warnen sollen. Ich habe das wissentlich übersehen und wurde bestraft. Eigentlich ganz einfach.

Ich hab mich , trotz der Warnung und Inneren Bilder, eingemischt, bin das Risiko eingegangen und musste mein schamanisches Lehrgeld zahlen. Es hat sehr wehgetan. Heute weiß ich es besser: „mische Dich nicht ein, sonst wirst du darin so verwoben, das du nicht selbst heil daraus kommst. „ Meine Spirits wissen es eben besser!

Auch nach all den Jahren, in denen ich diese Wege  gehe, gibt es  Momente, nach einer magischen Begegnung,  da sitze ich mit meinem Mann zusammen und frage ihn „ warum ich?!“.  
Gerade wieder,  nach solchen intensiven Begegnung mit Wayn und Andrea und den Dingen die der Indianer zu uns sagte.

Ich staune immer noch (oder immer wieder neu) über mich selbst und kann es so oft einfach nicht glauben, das gerade mir das wieder und wieder  passiert. So viel Gutes! Solche intensiven Momente! 
So ziehe ich meine Kraft aus diesen vielen Begegnungen den guten, wie den schlechten. All das hat mich menschlich geprägt und schlängelt sich durch meine Berufung und mein Wissen. All das nehme ich in meine Arbeit und in die menschlichen Beziehungen.
Weil alles eins ist und nichts getrennt voneinander.
Genau wie in meinen Leben! 
Ja, ich bin eben nicht nur-einfach-Mensch!