Samstag, 28. Juli 2012

Erinnerung an einen Traum...

Seit  ich die Trommel bei mir habe, träume ich sehr intensiv. Was ich im Moment so träume, schreibe ich hier nicht, bevor ich nicht selber über die Bedeutung meiner Träume weiß.  Seit ein paar Tagen ist meine Traumwelt so intensiv, das sie mich viel Kraft kostet. Ich bin kein Mensch der ständig weis, was er träumt. Ich interpretiere auch nicht ständig meine Traumwelten, vorallem, wenn sie wirr sind...

Ich möchte Euch aber von einem Traum berichten, den ich
vor etwa zwei Jahren träumte; er war so intensiv das ich noch am selben Tag ein Bild malen musste.
Immer wieder werde ich daran erinnert, wenn ich mein gemaltes Bild ( siehe oben) betrachte....

Der Traum:

Ich stand vor einem Berg, ich wusste, ich muss dort hoch, es gab keinen anderen Ausweg. Ich wurde verfolgt, sie waren mir auf den Fersen. In meinem Traum gab es nur diesen Berg, nur diesen einen Weg. Nichts anders.
Schwarze Dämonen mit Reißzähnen, lang wie Stoßzähne eines Elefanten, mit roten Augen und Krallen, gleich die eines Tigers. Ich  hatte unglaubliche Angst vor ihnen. Ich lief auf diesen Berg zu, erschien er mir doch als Ausweg vor ihnen. Aber sie kamen mir nach, ich hörte sie hinter mir. Ihr knurren und schnaufen, ihre Krallen auf dem Stein…

Ich hatte nur diesen einen Weg, den ich nehmen konnte, der sich spiralförmig um den Berg zu winden schien. Es gab hier keine Vegetation, nur Felsen und Stein. Alles glänzte, es erinnerte mich an den Ayars Rock in Australien, auch die Farbe. Immer wieder versuchte ich den Weg zu verlassen, rutschte aber überall ab.
Ich lief und lief bis ich trommeln hörte. Vor mir öffnete sich eine Plattform und ich sah ein Zelt Dorf. Die Menschen schienen die selbe Hautfarbe zu haben, so rot wie der Fels, hatten lange schwarze Haare und dunkle Augen. Einige sahen mich und kamen  auf mich zu. „bitte versteckt mich“ bat ich außer Atem und hilflos. Ich hatte solche Angst. 

Sie aber schüttelten den Kopf und ein Ältester trat zu mir. „ Du musst weiter nach oben, wir können nichts für dich tun. Sie wollen dass da“ er zeigte auf meine Tasche, die ich erst jetzt bemerkte. Sie hing mir quer über meiner Schulter und als ich mir ihrer bewusst wurde, wog sie schwer.

 Nervös zog ich an ihr und wollte sie öffnen, der Indianer vor mir, schüttelte eindringlich mit seinem Kopf. Ich wusste, ich bekam sie weder auf noch konnte ich sie von mir lösen. Ich hörte das knurren der Dämonen, das kratzen auf dem Stein, sie kamen hinter mir her!

Der Mann vor mir zeigte mit der Hand in eine Richtung. „ da her“ und ich rannte…
Nassgeschwitzt sah ich nach einer Wegbiegung ein neues Dorf und wieder hörte ich Trommeln. Ich sah das der Weg, auf dem ich mich befand, schwarz wurde, Steine wie Kohle, säumten ihn. Und immer noch kein Baum und kein Strauch, nichts, wo ich mich verstecken könnte, keine Wegkreuzung, nur dieser eine Pfad, auf dem ich mich befand. 

Dann sah ich Rundhütten und Menschen, so schwarz wie die Steine auf dem Boden. Als sie mich sahen, kamen sie mir entgegen, umringten mich und nahmen mich bei der Hand, wollten mit mir tanzen. Immer wiederholte ich, sie sollten mich bitte verstecken, ich würde verfolgt werden und Panik stieg in mir auf.
Dann  riss ich  mich einfach los und rannte zum anderen Ende des Hüttendorfes, weil ich mir dort erhoffte, ein Versteck zu finden. Eine kleine, untersetzte Frau mit Muschelkette und Perlen in den Haaren rief mir zu, ich solle weiter nach oben fliehen. Dem Pfadt solle ich folgen. Und da sah ich den Weg vor mir. Ich rannte weiter, immer bergauf. Nach einer Weile wurde es sandig unter meinen Füßen und der Weg, wie alles um mich herum, wurde Sandfarben, gelblich.

Ich hörte leise Klänge, wie von Windspielen und eine seltsame Musik. Als ich außer Atem um eine Kurve bog, sah ich eine Weite Ebene vor mir. Kleine krumme Steinbauten säumten meinen Weg. Geschäftiges Treiben ,das aufhörte, als ich näher kam. 

Eine kleine Frau mit gelber Haut und zugekniffenen Augen zog mich am Arm..“ was hast du da in Deiner Tasche?“ „ Ich …ich weiß es nicht..“ erwiderte ich. Sie zipfelte daran herum und eh ich mich versah, war die Tasche auf und die Alte holte einen Eiförmigen Gegenstand heraus.

 Ihre Gesichtszüge sprachen Enttäuschung. „ hier nimm wieder“ so etwas haben wir schon“ und zeigte auf den alten Tempel,  an dessen Wand sich der Pfad vorbeischlängelte. Das Ei schien in meiner Hand zu brennen und klappte plötzlich auf. Aus ihm heraus entwich glitzernder Staub auf dem  unzählige  Tiere, Pflanzen und andere Lebewesen, in einer nicht endenden Spirale schwebten. „klapp das zu“ herrschte die Alte mich an und grob schmiss sie das Ei wieder in die Tasche hinein.

 „ Die Dämonen kommen, du musst das Ei denen da oben bringen..“ Sie zeigte mit ihren knorrigen Fingern, die denen eines Astes glichen , auf die Bergspitze, die im Nebel kaum zu sehen war. Dann hörte ich knurren. Sie kamen. Die Dämonen. Ich rannte den Weg entlang, wie eine Irre, immer weiter. Der Weg unter mir wurde glatt, die Felsen sahen aus wie Eis. Weiß und glänzend. Dann musste ich klettern, rutschte immer wieder ab. Meine Hände bluteten und meine Panik wuchs. Aber dann war ich oben, wie hochgehoben von einer nicht zu beschreibenden Kraft. Stand ich ganz oben auf einem Runden Platz. Menschen rannten um mich herum, alle redeten in vielen Sprachen. Sie schienen sich nicht zu verstehen.

Alle hatten meine Hautfarbe, moderne Kleidung , Handys oder hörten Musik. Es war laut und viele verschwanden einfach im Nebel. Durch die vielen Stimmen schrie ich. Ich schrie ich sollte etwas abgeben. Niemand schien mich zu hören oder zu verstehen. Ich stellte mich mitten in die Menschenmassen. Dann sah ich sie, die Roten , die Schwarzen, die Gelben Menschen, denen ich begegnet war, sie kamen den Felsen hoch. Bildeten einen Kreis um mich. Ich öffnete das Ei und heraus kam wieder dieser Sternenstaub. 
Die Weißen blieben stehen. Schauten und staunten. Ich schrie ihnen zu, sie sollten mir das Ei abnehmen, ich sollte das hier abgeben. Mein Leben hing schließlich davon ab. Mehrere Leute traten auf mich zu, in Anzügen und einige in Kutten der Christen. „ Wir brauchen das nicht“ verhöhnten sie mich. Sie lachten mich aus. Grinsten und wiederholten " wir brauchen das nicht".

Sie drängten mich an den Rand des Felsens und ich hörte die Dämonen hinter ihnen. „Ihr  müsst das doch haben wollen!!“ schrie ich, heulte ich, jammerte ich. Nichts, sie lachten nur.  Tränen liefen mir über die Augen.

Der aus dem Roten Volk trat zu mir in die Mitte, nahm mich in den Arm und sagte; „ Dreh dich um, schau hinunter“ . Tief unter mir sah ich ein Weizengelbes Feld im Wind, es war riesengroß. Wie die Farbe der Sonne schimmerte es.  Ein Fluss floss im Kreis, wie mit dem Zirkel gezogen. In seiner Mitte sah ich die Elemente , Feuer, Erde, die Luft und das Wasser sich bewegen. Sie waren lebendiges Innenleben dieses Flusskreises!

Ich wusste in diesem Moment was zu tun war….
tief traurig wurde ich. 
Ich wusste, es gab nur diesen EINEN Ausweg für mich...
Ich beugte mich vor, wärend ich viele Hände auf meinem Rücken spürte.
Ich lies mich fallen
und fiel immer tiefer …
näher kam der Fluss und dieser Merkwürdige Kreis…
ich sah das Weizengoldene Feld
den Fluss und die Steinsetzung drum herum
ich vergass meine Trauer 
und vergass die Verzweiflung
ich wusste,
dies hier konnte nicht Real sein
so schön war es mit einem mal
dann versagte mir der Atem
ich wachte auf….
und schnappte nach Luft...

Kommentare:

  1. wahnsinn, diese geschichte wirft bei mir viele fragen auf...
    irgendwann werd ich meine träume auch aufschreiben. einen hatte ich, der war so ähnlich, aber er hatte keinen schluss, bin wärend der verfolgung aufgewacht.

    ganz liebe grüße an die hüterin des lebens

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  2. Liebe Minerva,
    dein Traum war ja richtig spannend! Das mit der Verfolgung von etwas oder jemanden kenne ich nur zu gut. Bei mir läuft es aber eher weniger bunt ab,in meinem Traum der immer in regelmäßigen Abständen wieder kommt, versuche ich auch vor etwas weg zu laufen,ich bin aber in einem Raum,wo plötzlich das Licht aus geht und auch nicht mehr an zu gehen vermag, ich versuche um Hilfe zu rufen aber meine Stimme ist weg,total heiser bin ich dann. Und dann stehe ich immer auf einer Treppe,unten am Ende ist es stockfinster, ich will nach oben, zum Licht,aber eine unsichtbare Kraft zieht mich nach unten,ich versuche mich fest zu halten am Treppengeländer,doch die Macht ist stärker, sie zieht an mir und die Dunkelheit kommt auf mich zu, immer weiter,ich schreie,aber kein Ton kommt aus meinem Mund.Ich bin echt verzweifelt und habe eine riesen Angst vor dem was da in der Dunkelheit ist. Das da etwas im Dunklen ist spüre ich aber nicht was es ist.Irgendwann lasse ich einfach das Geländer,an dem ich mich die ganze Zeit geklammert habe los,nu ist alles egal, denke ich noch und lasse mich in die Dunkelheit hinab ziehen...... Was da ist in der Dunkelheit weiß ich nicht, ich wache vorher auf,bzw. weckt mich mein Mann auf,weil ich so laut stöhne.
    Deine Bestie die dich verfolgt, weißt du denn was sie war?Vielleicht so etwas wie meine Dunkelheit am ende der Treppe.... Du solltest mal wieder ein Buch schreiben, finde ich,du schreibst so sehr fesselnd, ich bin immer ganz gespannt auf deine neuen Berichte, hier in deinem Blog.
    LG Stephanie

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  3. hallo,
    nun, wie geschrieben, ich träume ja auch nicht immer so. Es gibt aber bestimmte Träume, die lohnen sich aufzuschreiben und die bleiben einfach haften, weil sie eben eine tiefere Bedeutung haben.
    Tja...ein Buch...seit Jahren habe ich einen Roman im Kopf;) ich denke, ich werde vieleicht wieder Zeit haben an dem neuen Platz an der See oben. Vieleicht gibt es dann mal wieder auch ein neues schamanisch-heidnisches...wer weis. Aber dazu muss ich erst einmal dort oben angekommen sein.

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