Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Anfang… oder, die Geschichte hinter der Geschichte…


Ich sitze hier und bin innerlich erfüllt mit Freude. Wenn ich im Moment vorwärts schaue, bin ich so stolz und voller Taten Drang endlich  anzufangen. Aber dennoch beschleicht mich eine leichte Panik, wenn ich an all das organisieren und die vielen Umzugskartons und die anstehenden Umzugskosten denken muss. So etwas ist nicht mal „ebenso“ getan….

Also schiebe ich diesen Gedanken noch vor mir her, genieße die momentane Situation und lass mich erfüllen von dieser „Unglaublichkeit“ es geschafft zu haben und am Ziel zu sein….ich bin Glück-seelig!

Immer wieder werde ich gefragt, wie lange wir gesucht haben, wie das angefangen hat oder wie wir ausgerechnet diesen Ort gefunden haben….tja. 
Ich könnte jetzt einfach behaupten, ich hätt mein Zauberstab geschwungen und „hex hex“ gemacht und *plob*, wäre ein bezahlbarer, aufs Haar passender Hof, aus dem Boden geschossen, mit genau dem elementarem Umfeld, was wir für unsere Arbeiten so  benötigen….natürlich alles quatsch! 

Es  war es nicht so. Aber ich muss zugeben, es war schon ziemlich unheimlich…nun, mal von Anfang an:
Im Jahre 2009 fing alles an. Wir suchten ein Objekt, in dem wir arbeiten und wohnen können, Menschen beherbergen und Leute Räumlichkeiten zu Verfügung stellen würden.  Das Haus oder auch der Hof sollte sehr ruhig gelegen sein, ohne Geräuschpegel der modernen Welt und so, dass unsere Tiere ungehindert nach draußen könnten. Platz für den Hexenladen sollte er auch noch bieten.  
Es gab viele Faktoren, vor allem wirtschaftliche, zu beachten. Es wurde nicht einfach, schwerer als wir uns das je vorgestellt haben. Gut, wären wir mit einer enormen Euro Summe gesegnet oder bereit sehr hohe finanzielle Risiken einzugehen, wäre es sicherlich leichter geworden.
Alle die  Hürden aufzuschreiben, Bürokratische wie Geldliche, würde hier viel zu lange und viel zu langweilig werden. Ich versuche mich also kurz zu fassen:

Wir suchten also in unserer Umgebung, bis weit in das Jahr 2011 hinein. Schauten uns viele Höfe und Häuser an. Und wenn einmal ein Hof gepasst hat, dann war er so Renovierungsbedürftig, das man nicht sagen konnte, wie lange so etwas dauerte , eine Lebensaufgabe war oder er lag dann so im Abseits, das ein Überleben alleine durch die Seminare, eine sehr heikle Angelegenheit sein könnte. 

Immer wieder fragte ich mich, ob ich mich zwischen Hexenladen und Seminarhof entscheiden müsse? Was wollte ich? Weiter  Verkaufen oder Lehren? Kundschaft , mitten im Wald?? Schier unmöglich!
Mehrere Objekte kamen in nähere Auswahl. Eines in Soest, super schön und viel zu teuer für uns. Die Banken versagten uns den Dienst. Und uns wurde bewusst, dass es noch viel schwerer werden würde. Bei der nächsten Anfrage, knapp ein Jahr später, signalisierten uns die Banken, dass ohne einen Verkauf des Hexenhauses keine Chance für einen Kredit bestand. Uns blieb keine Wahl.
Nun, so mussten wir damit leben, das Hexenhaus zu verkaufen, falls wir ein anderes Haus finden sollten. Aber auch weitere Höfe und Häuser waren ungeeignet oder gleich  viel zu teuer. Alleinlage? Luxus in NRW. Selbst im Weserbergland oder in der Eifel. Im Münsterland kamen dann gleich die „Pferdpreise“ hinzu, da dies Pferdezuchtgebiet ist, ist eben das Land auch ziemlich teuer…und so weiter. Ich bin mittlerweile Immobilien und Grundstückspreis Fachfrau geworden;) wirklich! 

Ich weiß heute nicht mehr genau, wie ich auf meiner Suche nach Niedersachsen rutschte, wie ich in die Wesermarsch kam…ich weiß nur noch, das meine Freundin glänzende Augen bekam, als sie mir von Brake, Nordenham, Oldenburg oder Butjardingen erzählte und von den Menschen dort. Ich glaube es war mehr die Neugierde, die mich trieb, dort oben mal so zu schauen. 

Dann Anfang 2011, hatte es uns gepackt. Die Wesermarsch! Nach einem Besuch in Burhave und den ersten Hofbesichtigungen war uns ganz schnell klar, hier könnten wir alle leben und jeder der Familie fühlte sich wohl. Zwischenzeitlich kamen merkwürdige Situationen auf mich zu.
Aufgrund einer persönlichen Krise, machte ich eine Rückführungstherapie (ich berichtete hier) und fand mich am Wasser lebend wieder. Danach wurde alles anders…

Im Laufe des Jahre 2011 und 2012 reisten wir ab und an in die Wesermarsch und übernachteten in der Wohnung meiner Eltern in Burhave. 

Leute, was wir nicht alles für Höfe gesehen haben! Marsch und Moorhöfe, meist schon leer, total verwahrlost, nass bis unters Dach. Die Wände zum Teil schon eingestürzt…Moorboden halt. Wir mussten uns fragen, wollen wir wirklich ein Leben lang an einem Haus basteln oder wollen wir nicht lieber unserer kreativen Arbeit nachgehen?! Wollen wir ein Hof, den wieder keiner finden kann? Was ist mit unseren Katzen?  Mein Mann, aus einer Handwerkerfamilie stammend behielt bei all den Höfen und  Häusern den Blick fürs wesentliche: Die Kosten! 

Wir schränkten die Suche ein, auf Höfe, die nicht an einer Landstraße liegen (verdammt schwer dort oben) damit wir unseren Tieren ein langes Leben geben können. Und Höfen die so einigermaßen renoviert waren.
Es wurde schwer…sehr schwer, den auch diese Höfe wurden nun kein Schnäppchen mehr. Ein Landhaus fanden wir, direkt am Jadeufer.  Die Landstraße machte uns Sorgen, das Haus lag nur 150m davon zurück. Eine 100-er Strecke. Ich hatte schlaflose Nächte, die Entscheidung wurde uns bürokratisch abgenommen. Das Landhaus war nicht für uns bestimmt. Eine neue Suche begann…


In den Ladenstunden vor dem Computer glühte Immonet, Immobilien Skout und wie sie alle hießen , ich telefonierte mit Maklern und machte und organisierte die Termine.
Meine Eltern haben  eine Ferienwohnung und meine Mutter teilte mir eines Tages mit, dass die Schwiegereltern ihrer dortigen Reinemachfrau ,überlegten ihren Hof zu verkaufen. Es sollte ein Künstlerhof sein, von einer  bekannten Künstlerin dort.

 Ich sollte mich dort mal melden. 

Ich hörte mir das an, der Preis war viel zu hoch für uns und auch sonst…direkt an die Küste? Ich war  überhaupt nicht sicher und so verstrichen erst einmal  ein paar Wochen. Aber irgendwann hatten wir wieder Termine  und ich dachte, schaust du dir mal an, einfach um einen Vergleich zu haben. 

Die Leute waren am Telefon sehr nett und sagten sofort, das der Hof noch nicht zum Verkauf stünde, wir uns diesen aber gerne ansehen könnten. Sie waren sich selbst gar nicht so sicher. Wir hatten den Termin dann also als letzten am Wochenende geplant, weil eh nicht unsere Preis Kategorie, so dachten wir.

Auf der Fahrt nach Niedersachsen war uns klar, dies würde vorerst  das letzte Wochenende werden. Wenn wir nichts finden sollten, so wollen wir ein Jahr warten. Zu Zeitaufwändig und zu kostenintensiv wurde unsere Suche. In der Nähe der Westruper Geest, mit all ihren Hünengräbern, hatten wir den ersten Besichtigungstermin. Der Makler erschien erst gar nicht. Dieser Hof blieb für uns verschlossen. Ärgerlich, aber das passierte uns an diesem Wochenende glatt zwei Mal!

 Ich nahm die Zeit war, um zum Bräutigam zu fahren, eine Steinsetzung ,ich berichtete hier darüber. Meine Opfergabe bestand aus Gesang, Rauch und einen großen Bergkristall Stab, den ich in der Erde versenkte, mit der Bitte, mir bei der Entscheidung zu helfen. Ich berichtete den Ahnen, das wir aufhören würden zu suchen, wenn wir nichts fänden…eigentlich war ich sehr traurig.

Dann  fuhren wir ins Ammerland und von dort nach Butjardingen. Wieder war nichts Passendes dabei. Auf dem Rückweg besuchten wir den Künstlerhof und waren aufgrund seiner Lage schon sehr angetan. Dieser Hof lag so, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Dann blieb mir das Herz stehen, dieses Traumhafte Grundstück, der Kräutergarten, das Nebenhaus, das Atelier , der ehemalige Pferdestall und die Tenne….alles perfekt hergerichtet, pikobello , und mehr als passend für unsere Ideen. Wir redeten und erzählten, ich berichtete von unseren Vorhaben, den Projekten, meiner Arbeit. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch. 
Ganz angetan fuhren wir nach Hause. Dieses Schmuckstück benötigte nur noch ein paar Handwerkliche Kleinigkeiten für unsere Zwecke einfach perfekt!


Eine Woche später rief ich an, machte noch mal einen Termin, sagte, dass wir großes Interesse hätten und ob der Hof nun zum Verkauf stünde oder nicht….ja, sie wollten wohl verkaufen, wollten aber noch andere Interessenten schauen lassen. Uns war klar, wir hatten den richtigen Ort für uns gefunden. Wir müssten nur das Finanzielle noch regeln.

Wir gingen zu Mutter Rura baten um Hilfe (ich berichtete hier ) und nicht ganz zwei Tage später bekamen wir den Termin für ein nächstes Treffen.  

Die Besitzer konnten sich gut vorstellen, an uns zu verkaufen …“wenn nicht ihr, wer dann..??!“, war die Aussage. Sie hatten vor dreißig Jahren diesen Hof ganz neu aufgebaut, zu einem wahren  Schmuckstück.

…der Preis? Nun, sie kamen  uns sehr entgegen. Wir mussten nun noch das Hexenhaus verkaufen. Ich hatte Angst, sah ich doch, wie lange so was dauern könnte. Ich sprach mit der Göttin Sedna, wenn sie wollte, das ich zum Meer kam, sollte sie mir helfen. Ich versprach ihr, wenn wir diesen Hof bekommen sollten, würde sie ab diesem Zeitpunkt meine Göttin werden. Sie wollte es. Das Hexenhaus war schier unglaublich schnell verkauft. Ohne Makler.

…wir konnten den Hof von dem Verkauf des Hauses und unserem Bausparvertrag bezahlen. WOW!  Genauso hatten wir uns das erhofft. Und Käufer wie Verkäufer waren sich einig, das wir erst im Frühjahr 2013 umziehen bzw. ausziehen. Perfekt! Ab dem Zeitpunkt als ich mit den Ahnen sprach, mit der Wassergöttin, lief alles fließend….

Die arbeiten die im nächsten Jahr  vor uns liegen, halten sich im Überschaubaren Bereichen. Das war sehr wichtig, denn keine Seminare, dann kein Geld, kein Verkauf, dann  kein Einkommen! Das darf man dabei nicht vergessen. Wir können auf dem Hof quasi sofort anfangen! 

Dabei bin ich sehr froh, dass mein Mann Handwerker ist und mein Vater zusätzlich Kaufmann für Grundstückswirtschaft war, somit wir nicht blauäugig was gekauft hätten. Naja, und kein Immobilienmakler dazwischen, der irgendwelches  Zeugs redet…

so dass wir nun Besitzer eines Friesischen Gulfhofes sind, der für uns schöner nicht sein kann.
Ein Sechser im Lotto! Sedna sei dank! 
Sie wird mich von nun an begleiten...versprochen ist versprochen.

Kommentare:

  1. Siehste, die Götter lassen einen nun mal nicht hängen, auch wenn es manchmal dauert um zu begreifen was sie sich genau gedacht haben.Das war ja eine ganz schön anstrengende Zeit, nicht wahr? Ich freue mich für euch,das euer Traum schon recht schnell wahr geworden ist und ich meine immer,wenn man die größte Hürde gepackt hat,in diesen Fällen ist es ja immer das Zusammenspiel von Finanzierung und passendem Haus+Zeitrahmen,dann ist der Rest schon fast ein Kinderspiel..Aber wie schon gesagt bei mir war die Zeit des Entrümpelns von der alten Wohnstätte so ein Ding was ich immer wieder mal vor mich hergeschoben habe,bis es dann schon fast etwas knapp wurde,lieber habe ich mich dann natürlich mit der Einrichtung der neuen Wohnstätte beschäftigt. Naja, wird alles so wie es die Götter geplant haben, ich wünsche dir eine schöne restliche Woche und uns allen mal endlich besseres Wetter. Bei uns hier in Niedersachsen ist jetzt Freitag der letzte Schultag und es wäre doch nett wenn die gelbe Scheibe am Himmel mal zu sehen wäre,stimmts? LG Stephanie Stoige

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  2. Oh je, dann hoffe ich mal, dass sich unsere Suche dort etwas einfacher gestaltet... Wir wollen nämlich ebenfalls nichts an einer Landstrasse, da ich die absolute Ruhe brauche.
    Allerdings suchen wir natürlich auch eine Kategorie kleiner als ihr. ;)

    Liebe Grüsse,
    Inga

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  3. hi, nun etwas nicht an einer landstrasse zu finden, ist dort oben recht schwer, liegen viele höfe doch an strasse, wo 70 und 100 km/h gefahren wird. wir wollten etwas, ohne lärm und schutz für unsere katzen. wer dort den weg fährt, der will nur zu uns oder hat sich verfahren;) denn hinter dem hof, hört die zu befahrende strasse auf, mit dem rad ist das kein problem. aber so wollten wir es, alleine und nur natur um uns herum....für unsere gäste wird es sicherlich ein erlebnis;)

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