Samstag, 5. Mai 2012

Kleiner Ahn oder ....vom Leben und Tod

Der Tod und der Umgang mit ihm, ist eine wichtige Voraussetzung für das Verständnis der Lebens und Naturzyklen. Der Jahreskreis selbst ist es, welcher  uns das Werden und Vergehen vorführt.
Für viele moderne Menschen die das Wissen , wie auch den Glauben an das beständige Leben der Seele verloren haben, ist der Tod etwas Furchtbares, eine scheinbar schwarzes Loch, deren Folgen sich tief ins Gemüt eingraben. Viele Menschen, die sich krampfhaft an das unmittelbar Greifbare klammern, haben eine fast schon irre Angst vor der scheinbaren Endgültigkeit des Todes. 
Die Hexen, Schamaninnen, die Reiterinnen auf dem Zaun der Welten, die Grenzgängerinnen, sind wichtige Vermittlerinnen zwischen Leben und Tod.  Aus diesem Grund sind wir schon immer mit gebührender Achtung behandelt worden. Die Zeit der Inquisition, war Beginn der Verdammung dieses Anderswelt-Wissens, da eben jenes dem Machtgehabe  der Kirche wesentlich im Wege stand. Nach heidnischem Glauben gelangt die Seele in jenseitige Bereiche, von denen Avalon, die Apfelinsel oder Wallhall eine der bekanntesten Jenseitigen Welten sind.

Es ist eine Ebene der Freude, in die die Verstobenen gehen. Das allgemeine Totenreich aber ist das Reich der Hel, der Frau Holle  oder von den Christen verunglimpfet e Hölle. Dort gibt es  aber keinen Teufel, sondern hier herrscht die Totengöttin Hel, die "Frau Holle“, die jedem nach seinen Verdiensten einen entsprechenden Aufenthaltsort zuweist. 

Frau Holle ist die  Erdgöttin (GAIA) selbst, zu ihr gelangen alle Seelen, von der sie aber auch in ein neues Leben wiedergeboren werden. An bestimmten Heiligen Orten ( Brunnen, Teiche, Löchern, Höhlen) brachten Frauen Opfer dar, um Frau Holle um ein "Seelchen" ein Kind, zu bitten. 

Durch eine Reihe von Wiedergeburten entwickeln wir uns stetig weiter. Im Märchen der Gebrüder Grimm, "Frau Holle", ist der Gedanke von Tod und Wiedergeburt gut dargestellt. Die Goldmarie erreicht durch einen Brunnen als Sinnbild des Todes das unterirdische Reich der Frau Holle. Später kehrt sie goldübergossen auf die Erde zurück (Wiedergeburt). Für ihren Fleiß, ihre Güte und ihr Liebevolles Herz erhällt sie ein Leben im Glück und wird belohnt.

Die Pech Marie aber  geht auch zur Frau Holle,  sie ist voller Neid auf die Goldmarie,  faul und böse und wird bei ihrer Rückkehr auf die Erde vom Pech, als Sinnbild eines schlechten Schicksals, übergossen. Sie wird nun in ihrer Reinkarnation nur Pech haben und so für ihre Fehler büßen. (Karma) 

Noch heute erinnert  der Begriff "Enkel" an den alten Wiedergeburtsglauben unserer Vorfahren, denn "Enkel" bedeutet  nichts anderes als "kleiner Ahne" ("Ahn-kel"). In unseren  Enkelkindern verkörpern sich verstorbene Ahnen wieder.  Dieser Begriff stammt aus dem althochdeutschen Wort „Eninchili,“ was übersetzt „der kleine Ahn“ bedeutet. Aus "Ahn-" wurde dann Anchelin (Ahnenkind) daraus dann das Wort " Enkel - Enkelkind."

Durch unsere Kinder bzw. durch unsere "Ahnen Kinder" werden wir weiter leben und wiedergeboren!
Ein wirklich schöner Gedanke!
 
Wer den Tod nicht versteht, kann das  Leben nicht begreifen.

Kommentare:

  1. Das mit dem Wort Enkel ist ja super interessant. Wieder was gelernt, sowas find ich ja gut.
    Von wegen "belehrt". Was bin ich doch froh noch nicht alles zu wissen und immernoch Menschen zu haben, die mir Neues zeigen können.

    Grüße von nebenan ♥

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  2. Ich bin begeistert von diesem Artikel, sehr schön geschrieben. Die Herkunft des Wortes Enkel kannte ich zwar schon seit längerem, ich mag jedoch sehr gerne wie du das hier alles beschreibst. Mehr davon! ;)

    Liebe Grüsse
    Joanna

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  3. *DANKE* Ihr Lieben,
    werde mir weiterhin Mühe geben...

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  4. Als Enkel wieder geboren zu werden, kann ich aus meiner Familie (und Beobachtungen anderer Familien) nur bestätigen. Wir haben viele Rückführungen (mit uns selbst) durchgeführt und fanden oft Verkörperungen von Großelternteil im Enkel, ja sogar als sein eigener Sohn kam jemand zur Welt, da er kurz nach der Zeugung im 2. Weltkrieg fiel.
    Die Sache mit dem "Karma" sehe ich nicht so einfach, und sie ist auch insofern unlogisch, als es ja irgendwann begonnen haben muss.

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