Samstag, 21. April 2012

Finden zu sich selbst


Viele Jahre bot ich , regelmäßig in den warmen Monaten, einen sehr speziellen Frauen Workshop an. Dieser war dazu da, Ängste zu überwinden um sich selbst besser vertrauen zu können und die so genannte „innere Stimme“ wider intensiver wahrzunehmen. Uns mit unseren Ur-Erinnerungen und der Seele der Natur noch mehr zu verbinden.
Der letzte dieser Art ist nun  schon einige Jahre her, mir aber noch gut in Erinnerung;auch weil ich in den Untiefen meines Computers einen Bericht aus dem Jahre 2007  gefunden habe, den ich hier gerne veröffentlichen möchte;
"....Es finden sich am frühen Abend fünf bis acht Frauen ein, die sich  von einem Vortreffen schon kennen und wir machen uns gemeinschaftlich auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz im Wald. Nein, schlafen, das wollen wir nicht, sondern in der Stille  Wache halten und schauen, was wir später daraus lernen und gelernt haben.
Ein Teil der Frauen ist  ängstlich, angespannt und neugierig zu gleich. Ihre Erwartungen halten sich in Grenzen, gehen wir ja eigentlich nicht gerade in eine  Wildnis. Der Wald ist nicht riesig, aber auch nicht ganz klein, ein Wald eben, der zwei Ruhrgebiets Städte voneinander trennt.

Lachend gehen wir den Waldweg, ein wenig zu albern, die innere Unsicherheit überspielend, was uns in der Dunkelheit wohl erwartet. Aber wir sind eine Gruppe starker Weiber, uns tut keiner was, lenke ich zum Bedenken einer meiner Frauen ein. 
Vor der Dunkelheit müssen wir einen Platz gefunden haben und ich steuere meine Gruppe indirekt auf einen Platz zu, an dem zuvor schon mal eine Übernachtung stattfand. Diese Frauen mögen aber ganz und gar nicht dort stehen bleiben und so ziehen wir lachend weiter.
Kurze Zeit später bricht eine aus, verlässt den Pfad und ruft uns kurze Augenblicke später zu sich. Sie hat einen Platz gefunden! Und so „kehren“ wir diesen Ort von negativen Energien aus, räuchern und in der niedersteigenden Dunkelheit rufe ich die Waldgeister, auf das sie uns Schutz geben, aber auch Einsichten bringen mögen.

Manchmal, wenn es noch hell ist, erzähle ich von Kräutern, von unseren Vorfahren oder beantworte Fragen der Frauen. Aber sobald die Dämmerung einsetzt, werden Lampen mit Kerzen  angezündet und es wird gesungen.“ Kleine Lagerfeuer Romantik“ nenne ich das, bis es ernst wird, sozusagen;

Einige Zeit später, solange es noch einigermaßen hell ist, verteile ich die Frauen an die umliegenden Bäume, sie sollen nun nicht mehr zusammen sitzen, schließlich muss  ruhe, innen wie außen, einkehren. Jede soll nun in der Dunkelheit mit sich und den Geistern alleine sein.

Wir sagen noch jeder einen Schluss Satz, denn es soll das letzte Wort  sein, bis die ersten Sonnenstrahlen wieder zu sehen sind. Jede munkelt sich in ihre Decke oder Schlafsack ein und lehnt sich an ihren Baum. Stille und gespanntes Warten .Nun beginnt für mich als Schamanin die eigentliche Arbeit. Ich konzentriere mich, räuchere weiter und bitte die Ahnen zu jeder einzelnen Frau, halte die Energien und den Schutz hoch. 

Es kostet immer eine Menge mentaler Kraft, aber auch für mich eine immer neue Erfahrung.  In die Stille hinein ertönt ein Eulen Ruf, kurz dahinter ein Käuzchen. Mir steigen die Nackenhaare hoch und ich bitte inständig, dass keine meiner Frauen aufschreit oder gar hysterisch wird und abbrechen will.
Riskant wird es erst, wenn tatsächlich ein Tier daherkommt, aber mit Beruhigen Worten oder Magischen Gesang, geht es seiner Wege und die aufkeimenden Ängste werden besiegt.
 Aber den Göttern sei Dank, ist ein vorzeitiger Abbruch noch nie vorgekommen und so höre ich die eine schnell atmen, dann aber wieder ruhiger werden. Die Zeit vergeht und die Welten treffen sich, Ahnen kommen und Waldwesen. 

Dann, der erste Sonnenstrahl. Ich kann mein Gegenüber erkennen, sie strahlt mit der Sonne um die Wette, lacht mich an und ist so gar nicht übernächtigt! Alle anderen wünschen sich fast gleichzeitig einen guten Morgen. Niemand hat geschlafen, jede von Ihnen hat die Zeit genossen und genutzt.
Wir danken den Waldwesen und erheben die schweren Knochen, packen ein und wandernd erzählend durch den Wald zurück zu mir daheim. Es gibt ja so viel zu erzählen!

Bei Tee, Kaffee und einem gutem Frühstück sitzen wir beisammen in der Göttinnen Höhle und resümieren über die vergangene Nacht…und jede hat etwas für sich daraus mitgenommen!....."


Ich werde diesen Workshop in anderer Form in jedem Fall wieder aufgreifen!

Kommentare:

  1. Hallo, ich habe deinen Blog erst vor ein paar Tagen gefunden. Muss noch etwas stöbern. Aber schade das du so weit weg wohnst, gerne würde ich solch eine Nacht erleben.
    Lieben Gruß
    Andrea

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  2. Das könnt ich sicherlich gut gebrauchen..... wenn du etwas in der Art anbietest, bin ich dabei, dafür nehme ich mir frei!
    LG

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  3. ui, das klingt ja wirklich wunderschön *-*
    Ich hätte wahrscheinlich zu den Frauen gehört, die wirklich Angst gehabt hätten, denn ich wollte einmal mit einer Freundin ein nächtliches Ritual im Wald machen, bis zum Waldrand und ein bisschen hinein haben wir uns getraut, bis wir gemerkt hatten, dass wir die Kerzen zuhause liegen gelassen haben und dann hat uns später zuhause der Mut verlassen nocheinmal in den Wald zu gehen ^^ an dem Abend sollte es wohl einfach nicht sein :)
    Liebe Grüße
    Monta

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  4. Sehr schön beschrieben, hatte fast das Gefühl dabei gewesen zu sein.
    Lg Bianca

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  5. ich habe sowas als Teenie erlebt und zwar hatten wir in unserer Gruppe uns die "Wache" von den Pfadfindern abgeguckt. Und weil wir ja soundso viel draußen geschlafen haben, aber eben nicht allein, war das nochmal ein eigenes Erlebnis. Dein posting erinnert mich grad wieder dran... es war unglaublich, diese Nacht.

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  6. Hi,
    nun wir haben 2013 viel vor und sicherlich ähnliches. Der Raum wird aber geschützter sein, dennoch viel freier. mehr wenn es soweit ist.


    Liebe ANdrea, schön das du mich gefunden hast, viel vergnügen beim lesen meiner ergüsse;))

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