Freitag, 30. März 2012

Glückwunsch zum 100

*Todestag*
Heute vor 100 Jahren starb Karl May....

Es gibt kaum jemanden, der als Kind nicht gerne Indianer gespielt hat. Ich hatte dabei immer den Blick auf den edlen Winnetou gerichtet. Ich las  zwischen 11- 14 Jahren alle 75 Karl May Bände  und meine Lieblingsromane Winnetou I-III mit 15 mindestens 4 mal! Besuchte die Karl May Festspiele in Elspe mehrfach. Ja, ich war ein kleiner Karl May und Indianer Fan! Und bis heute faziniert mich dieses Volk.

Leider werden bei Karl May "seine" Indianer in zwei Klassen unterteilt. Zum einen die guten "edlen Wilden", zum anderen die bösen "grausamen Barbaren".

Es existieren bei ihm, zwei extreme Menschenbilder vom Indianer. Statt einer organisierten Religion mit Kirche, Priestern und regelmäßigen Gottesdiensten folgen sie finsteren Medizinmännern, die sie verzaubern. 




Das konnte May nicht so stehen lassen, er der seinen Christlichen  Glauben immer wieder in seinen Büchern unterstrich.Barbar, Tier, Teufel, Heide - das ist die eine Seite der Beschreibung von Indianern bei Karl May. 

Deshalb wird der „Wilde“ Winnetou zum Christen, somit wir er in Mays Sicht rehabilitiert. ALs Kind störte mich das nicht, später als Erwachsene umso mehr. Ich wollte immer die Villa Shatterhand sehen und auf seinem Grab Blumen ablegen, damals trennte mich die Mauer, heute m/ eine andere Sichtweise!

Die Vorstellung vom edlen Wilden beschreibt Karl May schon in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Viele Indianer waren kräftig gebaut, schnell und gewandt. Ihr Gesichter waren schön und edel. Das Leben in der Natur war frei, unverdorben und selbstbestimmt. Sie mussten keiner staatlichen Autorität gehorchen und hatten Angst vor niemandem. Wenn die Weißen ihnen Neues zeigten, saßen sie wie die Kinder da und staunten. Edler Wilder, unverdorbener Naturmensch, Kind - das ist die andere Seite des Indianerbilds von Karl May. 

Um die Jahrhundertwende zweifelte das Publikum über Jahre nicht an den Erzählungen Mays. Oder kaum. Daran zweifelten nicht einmal die Weltreisenden, aus deren Werken er ja quasi abgeschrieben hatte.
Es lässt sich jetzt gut darüber schmunzeln, dass es Blutsbrüderschaften unter nordamerikanischen Indianern nicht gegeben hat.
Dass der Henrystutzen, der Bärentöter und die Silberbüchse, den sich der Weltreisende bauen ließ, um sie bei Vorträgen oder seinen Besuchern in der Villa Shatterhand in Radebeul zu präsentieren, überhaupt nicht funktionierten.

Ein paar ganz Schlauen fiel auch auf, dass die Silberbüchse doch in Winnetous Grab liegen müsste. Der Autor gab daraufhin eine offizielle Erklärung heraus, in der grabräuberische Sioux eine Rolle spielten.
Erst als Karl May, „der größte Ich-Sager der deutschsprachigen Literatur“ (Rüdiger Schaper), immer häufiger zu seiner ja offenbar so aufregenden Biografie befragt wurde, stellte er sich bereitwillig auf die Situation ein. Der Fall war tief, als nach Jahren des Ruhms durchsickerte, dass Karl May nicht nur nicht in Amerika und im Nahen Osten gewesen war, sondern stattdessen in Haftanstalten in Zwickau, Waldheim und Ernstthal.

Er verstrickte sich in Verleumdungsprozesse, die Lage wurde nicht leichter dadurch, dass er selbst anscheinend an seine Version seines Lebens glaubte.

Seit den 80er Jahren haben sich vor allem Gruppen aus Forschung, Politik und Ökologie in Deutschland bemüht, den Phantasie-Indianern Karl Mays ein realistischeres Bild entgegenzusetzen. Viele Forscher veröffentlichten in den letzten Jahren Studien und Bildbände, die ein sehr differenziertes Bild der Indianer Nordamerikas und ihrer Kulturen vermitteln.

 Es gab die Ausstellung "Winnetous Tod - Mythos und Wirklichkeit nordamerikanischer Indianer", die im Jahr 2000 viel Resonanz fand. Politische Organisationen unterstützen die Indianer in den Reservationen bei Ihrem Kampf um die Anerkennung ihrer Rechte. Und nicht zuletzt entdecken ökologisch orientierte Gruppen im harmonischen Umgang der Indianer mit der Natur ein gesellschaftliches Gegenbild zur Zerstörung von Natur und Umwelt. Auch wenn der Blick auf die Indianer hier oft positiv verklärt ist und die Gefahr besteht, dass alte Vorurteile durch neue ersetzt werden, so trägt das große Interesse an den indianischen Kulturen dazu bei, dass das Indianerbild Karl Mays langsam ad acta gelegt wird. 

Der Erfolg der Bücher Karl Mays in Deutschland ist bis heute phänomenal. Sein Indianerbild lebt weiter. Literaturkritiker verrissen seine Bücher, seine Schriftstellerkollegen belächelten ihn, die Nazis missbrauchten ihn für ihre Rassentheorie und die sozialistische DDR versuchte alles, um den "Rassisten und Imperialisten" Karl May aus der Erinnerung der Menschen zu löschen. Doch nichts konnte bis zum heutigen Tag den großen Erfolg bei den Deutschen in Ost und West verhindern. 

Für mich war er Kindheitsprägend und "MEIN HELD" war durch ihn der Rote Mann!  Ich verneige mich in Ehrfucht vor dem  großen Schriftsteller meiner Kindheit und Jugend!

(Quelle: Planet Wissen/Dpa/ T-online)

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