Dienstag, 6. März 2012

Die Göttin im Altag....

Für mich ist mein Glaube an  die Göttin und ihrem Partner  nichts, was sich mal eben austauschen lässt. Mein halbes Leben lang versuche ich so nah wie möglich bei meinen Wurzeln zu sein, mit der Erde unter mir und den Kräften um mich herum, im Einklang zu leben. Für mich spiegelt die Hexe keineswegs jemand wieder, die für alles Mögliche Zauber ausspricht, großartige theatralisch-magische Handlungen vollbringt und sich ständig mit Magischen Utensilien umgibt…

Meine Göttin ist immer ….überall wo ich bin. Ich trage sie im Herzen und im Blut. Manchmal in meinem Blick oder auf der Zunge…ganz gleich. Ich habe sie vor Jahrzehnten eingeatmet und vergesse sie nie, verleugne sie nicht und tausche sie nicht gegen fremde Götter aus. 

All meine Götter sind hier, sie heißen Beispielsweise  Syff oder Tanfara, vielleicht auch mal Frigga oder Odin. Ich muss nicht auf meinen Knien vor ihrem Altar rutschen, in Angst und Demut meinen Kopf neigen, meine Götter wollen das überhaupt nicht! 

Meine Rituale sind die Alltäglichen,  das Räucherstäbchen und die Kerze, die ich nach einem Tag der Arbeit auf dem Altar anzünde, um einen kurzen magischen Augenblick zu verweilen, in Dankbarkeit für diesen Tag. Auch wenn dieser mal Trauer bringt, Krankheit oder Verluste.

Ich bin Dankbar. Ich will kein wahlvolles Durcheinander der Magie , nicht Voodoo Götter neben Germanischen, nicht Griechischen neben Keltischen. Nicht dass ich sie nicht alle akzeptiere und schätze, ja sogar mag, aber um in meiner ganz eigenen Mitte zu sein, suche ich nach den Wurzeln der hiesigen Kräfte, die Götter meiner Heimat  in der ich lebe. 

Alleine aus Interesse oder Faszination gibt es bei mir aus den verschiedensten Teilen der Erde, schamanisches und beseeltes.Wenn ich wandere dann nicht einfach nur so, ich bin dann in meiner Kirche, mit jedem Schritt. Erfreue mich an Wurzeln die ich finde , an Steinen oder Pflanzen.

Ich musste auch erst lernen, nicht mehr zu suchen, sondern gefunden zu werden! Mein Glück war dabei, das ich schon immer ein sehr beständiges Menschlein bin.

Aber um gefunden zu werden, braucht es Vertrauen in seinen Glauben. 

Ich bin nicht Esoterisch oder  Spirituell, ich bin Heidin! Ich rede nicht von Energien oder dem Universum. NEIN!
Ich spreche von Gott und Göttin, von Freya, Dana oder Holle, von Wodan, Odin oder Baldur. Aber wenn ich das tue, bin ich mir bewusst, dass ich damit auch Verantwortung trage, die Leute, die „nur“ vom Universum reden, nicht unbedingt wollen. Ich sehe das als meine Pflicht an, die Götter mit rituellen Handlungen zu ehren.  Mit räuchern im Wald , Opfergaben an Quellen und Heiligtümern, Jahreskreisfesten und als frei und verantwortungsvoll handelnder Mensch.

Mein Glaube fliest in meine Handlungen mit ein, Natur zu verehren heißt für mich auch gewisse Dogmen für mich aufzustellen, mit Mutter Natur würdevoll umzugehen. Meine Lebensmittel so gut ich eben geldlich kann, Biologisch einzukaufen und zu verarbeiten.  

Nicht zu rauchen, um die Waffenlobby ( unter anderem und noch so andere Konzerne)  nicht zu unterstützen und meinen Geist von solchen Süchten freizuhalten. Medikamente  dosiert und nicht wahllos einzunehmen oder Alternativen zu suchen. Alles in Rahmen meiner Möglichkeiten und meiner Verantwortlichkeit.  
Mein Glaube an einen Weiblichen, wie an einen Männlichen Aspekt in der Natur hat nichts mit Esoterik zu tun und ich habe gelernt, dass es für mich gesünder ist, nicht alles mitzumachen oder daran teilzuhaben, was so auf der „Eso“ Schiene läuft. Ich genieße es, zu wissen, was mich hält, was mich kräftigt, was mich schützt und auffängt, wenn nötig. Alles zu wissen, macht nicht unbedingt weiser, habe ich mit den Jahren gelernt, es kann aber verdammt abgerückt von sich selbst machen!

Die Göttin im Alltag heißt  für mich, so gut es geht ihr und damit auch mir, treu zu sein, in die Natur zu gehen, um lange dort zu verweilen. Ihre Plätze zu ehren und sich den Umstand zu machen, zu hinterfragen, was, wie und wo unsere Heidnischen Vorfahren uns heute noch lehren können. Fernsehen nur dosiert zu schauen .So selbstbestimmt, wie es mir möglich ist zu leben und mich selbst nicht  zu belügen. 

Verpflichtungen nach zu kommen, ihre Feste zu feiern, das Götterpaar zu ehren.
Aber sie ist nicht nur für mich All gegenwärtig, auch meiner Familie. Als die Kinder noch klein waren, war es mir wichtig, vor jedem Essen zusammen ein Tischgebet zu sprechen, damit auch unsere Kinder damit aufwuchsen und Respekt für die Natur und ihre Gabe erhielten.
   
Es war für mich wichtig, an jedem Monatsanfang beim Sonntäglichen Frühstück zusammen über das zu reden, was in dem neunen Monat draußen passiert. Es war mir wichtig, dass mein Mann und meine Kinder teil hatten von all dem.  Und ihnen wurde es damit auch wichtig, weil ich wichtig war! Auch das ist meine  Göttin im Alltäglichen;  Respekt voreinander und das "Miteinander" in der Familie, der Sippe. Gemeinsamkeiten.

Wenn man privat durch unsere Räume geht und genau hinsieht findet man Apekte unseres Lebens überall wieder. In Hühnergöttern, Schwemmhölzern, den Wurzeln auf der Fensterbank, den Heilkräutern in den Töpfen , den Symbolen rund um uns….

So gelangte die Göttin in unseren Alltag hinein und erinnert uns daran, das alles eine Seele hat und mit ihren Kräften verbunden ist, die wir dann für unser Wohlergehen nutzen können.

Kommentare:

  1. was für eine schöne stimmige lebensanschauung. ich bin im moment sosehr in meiner mitte und geerdet, wie noch nie in meinem leben. hab ich einem buch (aus der "Esotherikschiene") zu verdanken. natürlich war alles schon in mir da, aber eben verborgen und jetzt hab ich zugang dazu.
    ich mag deine texte und bilder gerne, danke dafür.
    liebe grüße

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  2. "... die Wurzeln der hiesigen Kräfte..."
    schön...fühlt sich richtig an sagt mein Bauch :)

    Schmunzelgruß BB

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  3. Wunderschöner Blog !
    Ja, die Göttin ist einfach da..
    Wunderbare Anschauung ;-)

    Blessed be )o(

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  4. Wunderbar! Sowohl der Text wie auch die Bildarbeit!

    Liebe Grüsse

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