Dienstag, 24. Januar 2012

Wer sind unsere Ahnen?!


Der Begriff „Ahne oder Ahnin“ weckt bei einigen von uns Deutschen leider immer noch die Erinnerung an die Rassenverherrlichung der Natzi Diktatur. Früher wurden Ahnentafeln angelegt und Ahnenforschung zur „Deutschen Reinheit“ betrieben.

Bei vielen ist der Begriff „Ahne“ nur ein vergilbtes Foto im Familienalbum oder ein nichtsagender Name im Stammbuch seiner Familie. Die wenigsten von uns können die Reihe nach der Uroma oder Opa Namentlich weiterführen. Geschweige denn etwas mehr darüber erzählen.
Aber es wird Zeit, uns mit unserer Geschichte zu versöhnen und den Kontakt mit unseren Ahnen wieder herzustellen, sie zu ehren und unsere eigene Herkunft zu pflegen.  Das trägt zu unserem eigenen Seelen heil bei.
Wenn Du als Fremder in einer Schamanische Gesellschaft kommst, wirst du nicht gefragt, was du bist oder tust, sondern woher du kommst.  Besser gesagt; woher DU stammst. 

Kennst du deine Ahnen?! Wurde ich einmal gefragt, glücklicherweise konnte ich einiges erzählen, mir war schon sehr früh  klar, dass es wichtig ist, woher und von wem ich komme bzw. Abstamme.  Geschichten meiner Ahnen wurden regelmäßig im Familienverband gepflegt und erzählt. Mein Glück!
Auch so ein Wort: Ab-stammen…es kommt vom „Stamm Baum“, vom Sippenbaum, an dem die Frauen des Stammes gebaren. Sie „stämmten“ sich in dem Schmerz der Geburt  gegen den Stamm des Dorfbaumes, ab-stammen halt!


In manchen Gegenden unseres Landes gibt es heute noch die uralte  Redensartliche Vorstellung:
 „ …ich bin die Mosers, Karin…“  in Bayern,  oder …“ ich bin Svenson, Jakob..“ im Norden, also Svens-Sohn der Jakob.

Erst in der Industrialisierung Europas hat sich  die Vorstellung, was man Beruflich tut, mit hineingemogelt:
..“ Hallo, ich bin Karin Moser, Autorin..“ oder;…“ guten Tag, Jakob Svenson, Landwirt…“

Immer wieder finde ich es erschreckend, wie wenig viele uns über ihre Ahnen und Ahninnen wissen. In Schamanischen Kulturen wäre das undenkbar.  Sie dulden den Verlust dieses Wissens als alarmierend und als gravierende Erkrankung der Seele, die in Verlustängsten und Ziellosigkeit endet. Und wirklich, der Verlust der Verbindung mit unseren Vorfahren scheint uns offensichtlich schwermütig, wurzellos und heimatlos werden zu lassen.

Die Medizin daraus lautet; wer seine Ahnen respektvoll ehrt, erhält von ihnen wertvolle Hinweise für das woher und das Wohin auf seinem Lebensweg, denn unseres Ahnen sind sehr interessiert daran, das es uns gut geht.

Die beiden Weltkriege , die Fixierung auf den Fortschritt, haben sich bei uns Deutschen eingebrannt und verdrängten im Zuge von schuldvollen Verstrickungen in der Nazizeit, den Blick zurück zu unserer Herkunft.  Wann beginnt deine Ahnenreihe? Bei den Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern?

Immer wieder stelle ich fest, wie viele von uns  vergessen haben, wen man als Ahne bezeichnet.
Bei dem Wort „Vorfahre“ wird es schon klarer. Jemand der „Vor gefahren ist“ in das Reich des Todes aber auch im Leben. Vor –gegangen/ Vorgänger. Sobald Deine Eltern sterben, rückst du an ihre Stelle, das Rad des Lebens verschlingt die „Alten vor uns“ und wir rücken an ihre Stelle.

Der Tod ist es, der den Schmalen Grad zwischen Verwandten und Ahnen zieht. Jenseits dessen beginnen die Ahn-ungen, die Geschichten und Erinnerungen.

Wer seine Ahnen ehrt, weis woher er kommt und wohin er geht.
"Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann nichst über seine Zukunft wissen", sagen die  Indianer.
Wer bist DU?!
Wohin willst Du?!
Woher kommst Du?!

1 Kommentar:

  1. Hallo Elster,
    heute lese ich deinen Beitrag über die Ahnen. Schon viele Jahre beschäftige ich mich mit der Familienforschung/Ahnenforschung. Erst vor kurzem kam ich auf die Idee mich mit meinen weiblichen Ahninnen mütterlicherseits auseinanderzusetzen. Ich lebe in NRW und mein Vater und seine männlichen Vorfahren kommen alle (bis weit ins 1600 ) aus diesem Ort, in dem ich jetzt wieder lebe.
    Meine Wurzeln mütterlicherseits kommen aus dem Saarland. Als Kind, so mit 10, schickte meine Mutter mich auf die Reise ihre elf Geschwister samt Familien im Saarland kennenzulernen. Viele Ferien und später Urlaube habe anfangs allein, später mit meiner Cousine dort verbracht. Und immer wenn ich nach Hause zu meinen Eltern fuhr, war das für mich ein Drama. Ich war so traurig vom Saarland nach NRW fahren zu müssen, als würde ich meine Heimat verlassen.
    Lange habe ich dieses Gefühl vergessen/verdrängt. Doch nun verspüre ich den Drang wieder dorthin zu fahren, obwohl ich kaum Kontakt zu den dort noch lebenden Familienmitgliedern habe. Ich möchte zu meinen Wurzeln.
    Auch die Mutter meines Vaters stammt aus dem Saarland.
    Ich bin gespannt was passiert, wenn ich diesen Sommer dorthin fahre.

    Liebe Grüße
    die Sammlerin

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