Sonntag, 8. Januar 2012

Weis...Rot...Schwarz...Hexenphilosophie

 
Die Weltsicht der Hexen  und damit die Basis unserer Philosophie zeichnet sich dadurch aus, die beobachtbaren und nachvollziehbaren Regeln von Urmutter Erde/Natur/Gaia als „weltbeherrschend” zu erkennen, anzunehmen und dementsprechend zu handeln , bewusst und im Einklang damit zu leben.

Überall auf der Welt gab es für uns Menschen ursprünglichmal  eine „Urmutter“, eine Muttergöttin, die noch ohne „Starke Männer” an ihrer Seite auskam. Wie Mutter Natur  immer wieder  zeigt, ist ihr Grundprinzip  weiblich.

Die  Rolle des Mannes wurde von den Menschen erst im Laufe der Jungsteinzeit erkannt. Überhaupt z.B. ist Mutterschaft immer eindeutig zuordenbar.Einfacher gesagt: nur die Mutter weiß tatsächlich das dies ihr Kind ist, der Vater kann es nur vermuten.

Als sich die Menschen Gedanken um eine „Schöpfungsgeschichte” zu machen begannen, war es selbstverständlich, diese „Hauptrolle“ im Mythos nicht einem Mann anzuvertrauen, sondern einer Frau.

Mutter Erde wurde als die „Gebärende und Schöpferkraft“ beschrieben. Es dauerte, bis es den  männlichen Wesen in der Mythologie langsam gelang, sich an die Seite der Urmutter zu qualifizieren, und in ihrem Auftrag bestimmte Aspekte  zu übernehmen.

Mit dem Wissen das der Mann bei der Fortpflanzung eine Rolle spielte, kam es zur Verdrängung der bisherigen Begleiter der Urgöttinnen, meist waren es Schlagen, die die Göttinnen begleiteten.

Anstelle der ursprünglichen ,von Urmutter Eva noch geübten „Paarung”, trat die Konstellation der Muttergöttin zu ihrem jeweiligen Heros und Sohn Geliebten. Wobei die zentrale Mutter-Göttin als unsterblich, ewig jung und ewig fruchtbar gedacht wurde, ihr Heros und Sohn-Geliebter hingegen nur der ersetzbare Teil der Verbindung war, er wurde geopfert um in Wiedergeboren zu werden.(Heide Götter Abendroth, die Göttin und ihr Heros)

Während sich die Rolle des männlichen Gott Partners, zuerst nicht  veränderte, differenzierte sich der dominante weibliche Part in der Mythologie unserer Vorfahren mit der Zeit mehr und mehr. Mehr als Zweitausend Jahre hatte sich die Vorstellung von der  großen Urmutter unter anderen, bei den Kelten zu einer  Göttinnen-Trinität-, einer göttlichen Dreifaltigkeit - entwickelt.

Die Hauptaspekte des Dreifachen standen einerseits für Licht und Weisheit, für Fruchtbarkeit als Mittelpunkt und für Segen, Heil und Geborgenheit auf der anderen Seite. Am einen Ende  war der Platz der Geburt des Lichtes, des Lebens und des Wissens.

Die Leitfarbe war Weiß. 
Und als die keltische Frauentrinität in der Antike als „Drei Bethen“ (= die Drei Ewigen)  angebetet und differenziert benannt wurde, verkörperte Wilbeth das Licht, die Weisheit und das Schicksal, das sie spann und daher auch voraussagen konnte. 

Der  Höhepunkt des ewigen Zyklus des Lebens bildete der Aspekt der Fruchtbarkeit, dargestellt mit der Farbe Rot. Es war der keltischen Ambeth zugeordnet, und ihre Symbole waren die spiralartig dargestellte Schlange , die schon die Urmuttergöttin begleitet hatte und der „Kessel der Fülle und der Wiedergeburt“, der auch als Schüssel oder Kelch dargestellt sein konnte.Später ersetzte man sie durch Ceridwen.
Den Aspekt der Ruhe, des Heilens und der Geborgenheit, an dem Mutter Erde ihren dunklen, bergenden Schoß Symbolisierte die keltischen Beschützerin und Heilerin Borbeth, die garantierte, dass der Tod nur eine vorübergehende Phase der Ruhe  war, und nach einem erholsamen und lustvollen Aufenthalt in der keltischen „Anderswelt” am  Ende die neuerliche, irdische Geburt winkte und ein neuer Kreislauf begann. Die Leitfarbe an dieser Stelle war Schwarz - wie die, der Ruhe und der Nacht.
Der Männliche Teil der Götter hatte zu Anfang im keltischen Mythos ursprünglich  untergeordnete Funktionen. Auch später, als sich auch bei den Kelten das Patriarchat weitgehend durchgesetzt hatte, blieb der Göttinnenpart ausschließlich weiblich besetzt.

Erst im Gegeneinander , der patriarchalen  Griechen und Römer, wurde der keltische Gott und Sohn Geliebte der Muttergöttin, ihre Liebhaber, Helfer und Stellvertreter, und erst  in „spätkeltischer” Zeit selbst zu "einem der Göttin gleichberechtigtem Gott ernannt" - aber immer noch an der Seite unabhängiger und  unbezähmbarer” Göttinnen, die sich als „Wilde Frauen, Hexen oder Zauberinnen” in der heimischen Märchen und Sagen bis in unsere Zeit erhalten haben.

Kommentare:

  1. Vielen Dank, liebe Elster für diesen wunderbaren Artikel. be blessed Isabeau

    AntwortenLöschen
  2. Hallo, schön das noch wenige das alte Wissen erhalten, weitertragen und ehren. lg Hermine

    AntwortenLöschen