Samstag, 10. Dezember 2011

Mondfrauen Blut


Die Bezeichnung „Menstruation“ stammt wahrscheinlich vom griechischen Wort „Mene“ für Mond ab und bedeutet frei übersetzt „Mondwechsel“. In vergangenen Tagen, in welchen die Menschen noch keine Zyklus beeinflussenden Mittel wie die Pille kannten und auch Einflüsse wie Stress, Umweltverschmutzung, Schadstoffbelastung, falsche Ernährung usw. nicht so präsent waren wie in der heutigen Zeit, lenkte der Mond das Eintreten der Periode. So bluteten viele Frauen im einfluss des Vollmondlichtes, bevor das elekt. Licht erfunden wurde und sich somit die Mensis der Frauen verschob.

Inzwischen ist dieses alte Wissen beinahe völlig in Vergessenheit geraten. Daher soll hier der Einfluss der verschiedenen Mondphasen auf den Charakter der Menstruation dargestellt werden, wie er in den Mythen unserer Ahninnen gesehen wurde und heute von vielen Hexen wieder gesehen wird, mich eingeschlossen.
Die Menstruationsphasen wurden und werden in den verschiedenen Mondphasen Göttinnen zugeordnet, deren Eigenschaften und Machtbereiche die jeweilige Phase versinnbildlichen und repräsentieren.
Seit Jahrhunderten wird die Menstruation im Zusammenhang mit dem Mond gesehen. 

Schon vor langer Zeit hatten unsere Ahninnen einen Menstruationskalender, sie schrieben dem Menstruationsblut Macht und magische Kräfte zu. Das Menstruationsblut der Frau gilt seit Menschengedenken als heilig und besonders mächtig. Die Zeit der Periode ist für Frauen eine Phase besonders großer energetischer Kraft und intensiver Wahrnehmung des eigenen Selbst. In jenen Tagen ist unsere Verbindung zur Göttin besonders stark. Aus diesem Grunde verbrachten Frauen in vergangenen Jahrhunderten die Zeit der Mondblutung innerhalb einer Gruppe Frauen, die ebenfalls diese Phase und die damit verbundenen Mysterien durchlebten, um sich innerhalb dieses Zusammenschlusses der Ehrung und der Verbindung zur großen Mondin zu widmen. Es galt als heiliger Akt Zauber und Rituale ihr zu Gedenken und für typische Frauenthemen zu zelebrieren.

Der weibliche Ritus des Einsetzens der Menarche gilt noch heute in vielen Kulturkreisen als Erwachen der Frau im Kinde und somit als Übergang zum erwachsenen Dasein. So nahmen und nehmen noch heute die weisen Frauen des Stammes oder der Hexenreligionen die erwachte Frau in ihrem Kreise und ihrer spirituellen Welt auf.

Für Männer war und ist das Mysterium der Menarche schwer zu ergreifen. Verehrung und Furcht prägen gleichermaßen das Bild. Die Tatsache das Frauen die Gabe besitzen Leben schenken zu können stellt/e sie in ein ganz besonders Licht der Wahrnehmung des anderen Geschlechtes. Das Ausbleiben der Periode bei einer Schwangerschaft schuf in den Augen der Männer vergangener Tage den Eindruck, dass die Frau das Mondblut behielt, um aus ihm das neue Leben zu formen. Die Weisheit der alten Frauen wurde ebenfalls in Verbindung mit dem Verstummen der monatlichen Blutungen gebracht.

Die Neumondmenstruation
Bei Neumond ist der Mond völlig verdunkelt. Wir sprechen auch vom schwarzen Mond, der viele Geheimnisse in sich birgt. In dieser Zeit kommen uralte Ängste und Gefühle in uns hoch( da die früheren Völker viel auf das Mondlicht angewiesen waren,). Es ist eine Phase der Verarbeitung und des Lösens, was wiederum zum Neubeginn führt.
Die Monatsblutung in dieser Mondphase, trägt die Kraft der Heilung in sich. Die Energie des Bluters fließt von außen nach innen.

Der Mond beginnt einzuatmen, die Erde (unser Bauch) beginnt auszuatmen. Was bei Vollmond entstand, wird bei Neumond gelöst. Das Tier dieser Zeit ist in der Mythologie die Kröte mit ihrem mächtigen Wissen und ihrer unberührbaren, giftigen Lust. Sie ist Symbol für Empfängnis.
Hekate ist die Göttin dieser Phase. Sie ist Hüterin der Weisheiten und Geheimnisse der Erde. Sie ist die Göttin der Hebammen und der Wegkreuzungen, sie ist auch die Alte, die Strafende, die Dunkle. Sie ist die Göttin der Hexen.

Menstruation bei zunehmendem Mond:
Die Phase des zunehmenden Mondes ist die Zeit des Wachstums, der Aufnahme und der positiven Einflüsse. Symbolisch steht diese Zeit auch für die Morgenröte, das Erwachen des Tages. Die Energie des Blutes fließt nach innen. Diese Kraft lässt uns neue Erfahrungen machen. Sie regt uns zum Nachdenken und lernen an. Wir sind während dieser Zeit offen für neue Ideen und positive Impulse aller Art.
Das mythische Symboltier dieser Phase ist der Rabe. Er steht für den Flug der Seele und ist der Vermittler des Wissens. Die Göttin dieser Phase ist Persephone, die den Weg in die Unterwelt mit dem weiblichen Blut einweiht und sich um die toten Seelen kümmert.

Vollmondmenstruation:
Bei Vollmond sehen wir eine kreisrunde, hell erleuchtete Scheibe am Himmel. Etwa zwei Tage lang wird das Mondlicht unsere Nächte erhellen.
Dieses bläulich, weiße Licht wirk faszinierend und mystisch auf uns. In der Phase des Vollmondes spüren wie den Einfluss des Mondes am stärksten. Diese intensiven Impulse lösen in uns positive , wie auch negative Gefühle aus.

Die Vollmondmenstruation bedeutet für uns einen Höhepunkt der Kraft. Es ist die Zeit der Magie und des Feuers. In diesen Nächten sollte man feiern und tanzen und alle Ängste und Zweifel in einen Schrei umwandeln. Körperliche Schmerzen können somit in Lust und Wonne zerfließen.
Wir können lernen, negative Kräfte positiv zu nutzen. In der Vollmondphase fließt die Kraft des Blutes von innen nach außen. Hier bündeln sich alle Kräfte. Das Symboltier ist die bekannte mystische Vogelgestalt Phönix, die aus der Asche emporsteigt und von neuem entsteht. Die Hüterin dieser Phase ist Ishtar, die große Göttin von Babylon, deren Fruchtbarkeit ihrem Volk das Leben schenkte. Sie ist Herrin des Lebens und des Lichtes.

Menstruation bei abnehmendem Mond:
Wir sehen die nach rechts geöffnete Sichel, die Tag um Tag schmaler wird. Es ist die Zeit der freigesetzten Energien, die Zeit, in der auch der Menschliche Körper am meisten Kraft hat. Für die Natur ist diese Phase auch die Vorbereitung für den Neubeginn des Zyklus, der Neumondphase. Der abnehmende Mond setzt in unserem Organismus Kräfte frei, die uns zur körperlichen und geistigen Höchstform bringen. Ohne Zweifel und Ängste können wir jetzt Pläne und Vorhaben ausführen. Der abnehmende Mond und die Menstruation in dieser Zeit stehen für das Abendrot, das Ende des Tages. Die Energie des Blutes fließt nach unten.

Die Bärin ist das Tier dieser Mondphase. Sie steht sinnbildlich auch für die Gebärmutter. Sie symbolisiert eine gewaltige, mütterliche Kraft, die wir uns zunutze machen sollten Die Göttin Demeter, die Wächterin des Lebens auf der Erde, ist Hüterin dieser Zeit.
Sie lässt Pflanzen und Früchte gedeihen und ist die Gesetzgeberin

( Quelle: Minerva; die Göttin und ich, Veth Verlag/Mondfrauen Kalender Lüchow 1998)
 

Kommentare:

  1. Liebe Elster,
    danke für das schöne und interessante Thema. Leider wird viel zu wenig über diese machtvollen Aspekte der Menstruation berichtet. bb Isabeau

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  2. Danke schön für deinen Bericht, ich hoffe das ist ok, ich möchte das weiter teilen auf Facebook :) , schön geschrieben und das merke ich mir überhaupt für mich, ich versuche mich neben den Haushalt, Familie - mehr über die Göttin, Frauen Gestallten , den Mond und den Einfluss auf uns wirkt - tue ich mich grad beschäftigen. Liebe Grüße!

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  3. Sehr interessant !Danke dafür

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