Donnerstag, 22. Dezember 2011

Die geweihten Nächte

Nun erfüllt sich das Versprechen der Widergeburt, die längste Nacht liegt hinter uns. Die Dunkelheit ist gebannt und die Nächte werden nun wieder kürzer. Was tot schien und verloren, wird wieder erwachen.



In früheren Zeiten, als die uns umgebene Natur noch viel unmittelbarer erlebt wurde, hatten die verschiedensten Julrituale große lebenspraktische Bedeutung für die Menschen. Davon zeugt noch heute ein reichhaltiges Weihnachtsbrauchtum.



Es ist das Fest des Lichtes, der Hoffnung und der Versöhnung untereinander. Eigentlich hat sich an diesem Thema auch im Christentum nichts geändert. Den wilden Tieren wurde in Feld und Wald Futter gestreut und die Stämmeskämpfe wurden ausgesetzte. Kein Thing wurde einberufen, keine Spindel durfte sich drehen.

Das Herdfeuer, das eigentliche Heiligtum des Hauses wurde gelöscht, wie beim Tode des Sippenoberhauptes. Jeder wartete still, bis kein Feuer mehr brannte, erst dann wurde es neu entfacht.

Ein schöner Brauch ist bis heute erhalten gelblieben; das Familienessen zu den Feiertagen.

Der sogenannte Julschmaus. Das Julgelage geht zurück auf das altgermanische Opferfest, dessen Kerzen das heilige, den Sippenfrieden bestätigende und erdende  Mahl der Gemeinschaft bildete. Noch heute kommt zu diesem Anlass der Julhahn auf den Tisch.



Das Julessen bot außerdem eine  tiefe und ruhige  Besinnung in der Gemeinschaft und bildete den Mittelpunkt des Ahnengedenkens. Auch das Julbier galt als Ritueller Bestandteil des Essens und man trank auf das Gedächnis der Toten. Auch das Wildschein spielt dabei eine bedeutende Rolle. Der sogeannte Juleber, deshalb schenkt man sich heute noch zur Neujahr kleine "Glücksschweinchen" .


Es wurde dann für die Geister mitgedeckt, denn diese kamen mitten in der Nacht um sich ihren Anteil daran zu holen und segneten gleichermaßen das Haus und dessen Bewohner. Heute ist das im Brauch des Weihnachtsmannes ersichtlich, der mitten in der Nacht durch den Schornstein kommt ( Mittelpunkt des Hauses) um Geschenke zu bringen , aber auch um Milch und Plätzchen zu naschen. 
Der Jultisch blieb während der gesamten Feiertage gedeckt und die Zubereitung des Julschmauses folgte nach alten Regeln.

Dann folgt die Zeit zwischen den Jahren, der Zeit, in der alles stillsteht. Dies ist die Zeit der Übergänge, oft auch die Stille Zeit genannt oder aber die Zwölften. 


Das fruchtbare und schöpferische Chaos regiert und die Percht zieht um die Häuser. Es sind die Los Tage, eine Zeit voller Orakel und Mystik...


Ich wünsche Euch besinnlich-schöne Tage im Kreise Eurer Familie.


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