Montag, 5. Dezember 2011

Der 6. Dezember...

…es begab sich zu einer unchristlichen Zeit, da ward Deutschland bedeckt von dunklem Eiben Wald und seine Dörfer lagen weit verteilt, wie Inseln im Meer von Grün. In der Zeit des Dezembers, als die ersten Fröste und Schneestürme über das Land zogen, machten sich die Herren der Wälder auf, um ihre Abgeschiedenheit bis zum Frühjahr mit den Dorfbewohnern zu teilen.  Zu gefährlich ward es, in den Wilden Winter Nächten in den Wäldern zu bleiben….

Aus ihren Waldverstecken, mit Stab und langen Mänteln, kamen sie mit ihren Schülern in die nahen und fernen Dörfer und warben um Einkehr für den Winter. Die Einwohner jener Dörfer schätzten die Männer und Frauen der alten Zünfte sehr.  „Druiden“ wurden sie in ganz Germanien und im Keltenlande genannt.  Die, die mit den heiligen Bäumen sprechen.

Ihre Bärte weis und lang, wie ihre Haare, den Runenstab in der Hand, den Mantel mit Tierfellen bestückt, die lange Kapuzen weit ins Gesicht gezogen, ihr Hab und Gut in einem Sack auf dem Rücken oder auf einem Schlitten, so schritten sie durch die Wälder und Dörfer in ihrer Wanderschaft nach einem warmen Feuer.

Die Menschen gewährten ihnen gerne Unterschlupf, weissagten die Druiden doch, brachten Rezepte und Heilkräuter mit und für die Kinder gab es Geschichten von Feen und Kobolden am Abendlichen Herdfeuer zu berichten. Und im Laufe der Zeit verteilten sie beim Abschied kleine Gaben für die Kinder des Hauses, segneten sie mit ihrem Runenstab, baten Odin um Fruchtbarkeit, für die kleinen Seelen und Schutz vor Krankheit und Kummer. 

Und so manches Kind fand Nüsse in seinen Strümpfen oder gar ganz Unbekanntes. ….
Später dann, als das Christenvolk einfiel und die Druiden noch duldete, da hörten sie die Geschichten von den Alten die den Kindern gaben und Geschichten erzählten. Als die Christen dann die des Alten Pfades nach und nach ermordeten und ausrotteten, da nahmen sich die Mönche der Geschichte an.
Sie versetzten einfach die Handlung, nahmen einen Bischof mit Stab, Mantel und machten ihn zum Heiligen St. Nikolaus. 

Knecht Ruprecht aber, der alte Graue Druide, ein Helfer der Göttin Holle, er durfte dem Nikolais dienen. Seine Rute wurde zur Bösen Gerte, die strafte und der alte Heide zu dem Bösen Gesellen des Nikolaus. Denn nur das Gute kann noch besser dar stehen, wenn daneben das Schlechte geht.  Und somit wurden die weisen Männer der Druidenzünfte noch einmal verunglimpft, denn es reichte nicht, sie einfach nur in Vergessenheit geraten zu lassen. ….

Wenn wir Heiden morgen den Nikolaustag begehen, dann ehren wir damit die Alten Anhänger Wodans und Odins, die Helfer der Göttin Holle!  Möge Ihr Stab Euch berühren und segnen!

Kommentare:

  1. Liebe Minerva, seit langer Zeit hab ich nicht wieder so etwas wahrhaft schönes gelesen.
    Alles, jedes Märchen, Sage hat irgendwo seinen Ursprung, ein Körnchen Wahrheit ist überall drin und was Du hier schreibst, das erinnert mich an kleine bestimmte Episoden... ich erzähl bei Gelegenheit eine ähnliche Geschichte, nur etwas anders und nicht auf dieselbe Jahreszeit bezogen. vielleicht schreib ich noch was dazu bei mir ins Logbuch... malsehen...
    Hab soo Dank...Es bedeutet mir sehr viel, zu wissen, dass auf dieser Erde Menschen wie Dich gibt ...

    BB

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  2. liebe waldfrau,
    danke für den lieben kommentar...es freut mich sehr und bin schon ganz gespannt deine geschichte zu lesen....ich kann dies kompliment aber nicht für mich behalten und sage dazu: "Schau in den Spiegel, denn du bist auch so eine Menschenfrau" ;)))

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  3. tief tief versunkene Fünkchen, Körnchen
    wieder in diese unsrige Zeit Trägerin

    lebendig in Geschichten werden lassen
    und damit auch weiterreichen...

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  4. Einfach klasse... Danke!

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  5. wie schön....würde mich sehr freuen über mehr solchen Geschichten

    liebe grüsse aus der Quadratenstadt Mannheim

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