Freitag, 11. November 2011

Geschichten….


 
Gestern war wieder so ein Abend, nach viel Trubel im Hexenladen, saß eine kleine Gruppe von Menschen zusammen und unterhielten sich angeregt. Dabei wurden auch Geschichten erzählt ….ich liebe Geschichten.
 
Ich genoss es, nach arbeitsreichen Stunden, einfach nur dazu sitzen, zu lachen  und zuzuhören….
Das war schon als Kind so. Mein Opa erzählte mir viele Geschichten aus seiner Kindheit, zeigte mir Orte und erklärte mir, wie es damals dort aussah. Ähnliches tue ich heute mit meinen Kindern, denn Vergangenes Wissen sollte nicht verloren gehen. 

Wenn  wir in meiner Kindheit, mittags am Tisch saßen und mein Vater kurz von der Arbeit vorbeischaute um in seiner Mittagspause mit uns zu essen, erzählte er von seinem Beruf und wer , was ,wie und wo ,gemacht hatte. Ich mochte es, ihm zuzuhören. Ich kannte die meisten Menschen nicht, von denen er erzählte und machte mir immer ein ganz eigenes Kindliches Bild

Bei Geburtstagsfeiern kamen alle aus den Familien meiner Eltern zusammen und ich hörte angeregt die Geschichten vom Räuber, vom Krieg oder besonderen Menschen aus den Familien. Ich erfuhr schon recht früh aus der Vergangenheit meiner Großeltern, Tanten und Eltern. Ich glaube das hat mich sehr geprägt. Der zweite Weltkrieg war weniger Thema in meiner Familie, sie hatten keine „Opferhaltung“, meist hatten sie sich irgendwie durchgeschlagen oder sogar sabotiert. 

Meine Uroma hatte Russischen Gefangenen geholfen. Irgendwie bin ich auch heute noch stolz auf meine Familien. Durch viele dieser alten Geschichten, durfte ich schon als Kind sehr viel lernen….

Später, als ich selbst Mutter wurde und ich noch ganz traditionell zu Hause war, achtete ich immer darauf, dass wir am Nachmittag nochmals mit meinem Mann zusammen aßen. Damit er erzählen konnte. Ich hörte zu. Er erzählte von seinem Beruf, von den Menschen und was so passiert war und ich berichtete von unserem Tag. 

Die Familie meines Mannes, war aber so ganz anders, dort wurden auch Geschichten erzählt, aber eher die „schlimmen“ Kriegsjahre hervorgehoben und häufig die „Opferhaltung“ zelebriert. Ja, sie hatte Tote zu beklagen, aber wer damals nicht?! Und die Jüdischen Mitbürger??!

Man sah nur das eigene Leid. Dadurch bemerkte ich sehr schnell, das in dieser „ fremden „ Familie  die Ecken rund gemacht wurden.

Ich aber hatte schon früh gelernt, die Ecken und Kanten anzusprechen. Oft und gerne ,wurde bei meiner Familie über allerlei Themen wirklich intensiv diskutiert!

In der Familie meines MAnnes aber,wurde gerne mal was „unter den Teppich“ gekehrt, des lieben Friedens willen, das war so gar nicht meines. 

Ich hatte schon als Kind gelernt: 

wenn Dir etwas Wichtig ist, dann bring es auf den Tisch!

Bei leider zu wenigen  „ lehrreichen“ Geschichten , in der Familie meines Partners, habe ich dann besonders bei den interessanten hingehört und  mein Mann wundert sich noch heute, das ich augenscheinlich mehr über seine Familie weiß, als er selbst.

Er fragt; wie machst DU das?! 

Und ich antworte; „durch zuhören….“


Geschichten haben mich immer schon beeinflusst, faziniert und geleitet. Auch wenn ich  Urlaub mache, informiere ich mich vorher über die Geschichte, die Mystik und über die Menschen. Als meine Eltern ins Hochsauerland zogen, war eine meiner ersten Handlungen, mir ein Sagenbuch über die Umgebung zu kaufen. 

Und es geschieht seit Jahren immer mal wieder, das mich jemand fragt, was ich über einen bestimmten Ort oder Platz weis. Die Geschichten meiner Umgebung haben mir immer wieder auch geholfen, auf „Uralters“ zu stoßen, längst vergangene Kultplätze oder andere Heidnische Orte. 

Es gibt hier einem alten Herrn, der erinnert mich sehr an meinen Opa, auch in der 
Art und Weise wie er redet. 

Kein „Ruhrpott Deutsch“ , sondern eher Sauerländer Platt. Vielleicht liegt es daran, dass wir hier so nah an der Grenze wohnen. Aber diese Ältere Mann weiß sehr viel, und erzählt gerne. Ab und zu kommt er ins Geschäft und fragt, wie es uns so geht. 


Die Familie meines Mannes gehört hier zu den „alt Eingesessenen“ und man kennt sich eben…wenn ich etwas wissen muss oder etwas hinaus in den Ort tragen will, so rede ich mit ihm. Botschaften übertrage ich so an ihn 

und so verbreiten diese sich  dann schnell 

aber auch andersherum,

ich bin dadurch immer gut informiert, was in meinem Ort so passiert...
 

Durch diesen Mann ,habe ich von dem alten Hexentanzplatz gehört, den er vor fünfzig Jahren mit anderen Nachbarskindern immer zum spielen  im Wald aufgesucht hat,

von einer alten Quelle, die längst versiegt ist und viele weitere Geschichten....

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